Jakarta/Hamburg - Zwei Tage nach den Bombenanschlägen auf Luxushotels in Jakarta hat die Polizei offenbar einen der beiden Attentäter identifiziert. Die Polizei gab die Identität am Sonntag jedoch nicht preis, sondern nannte nur den Anfangsbuchstaben "N".
In den Luxushotels Marriott und Ritz-Carlton waren am Freitagmorgen im Abstand von fünf Minuten Sprengsätze explodiert. Bei den Anschlägen waren neun Menschen ums Leben gekommen, darunter die beiden Terroristen. Mindestens 53 wurden teils schwer verletzt. Unter den Toten sind ein Neuseeländer und drei Australier, bei der Identifizierung der anderen Opfer herrscht derzeit noch Unklarheit. Deutsche sind nicht darunter.
Der oberste indonesische Terrorfahnder zeigte sich überzeugt, dass die Anschläge auf das Konto von Noordin Top gehen, einer der meistgesuchten Terroristen Asiens. "Wenn man sich anschaut, wie sie vorgegangen sind, ist klar, dass dies das Werk von Noordin M. Top ist", sagte der Chef der Terrorabwehr im Sicherheitsministerium, Ansyaad Mbai, am Samstag der staatlichen Nachrichtenagentur Antara.
Top galt lange als Führungsfigur der Terrororganisation Jemaah Islamiah (JI) und soll heute eine radikale Splittergruppe anführen. Nach Überzeugung der Fahnder war er auch entscheidend an der Terrorserie in den Jahren 2002 bis 2005 beteiligt, als in Indonesien mehr als 250 Menschen ums Leben kamen. Dass es sich bei dem identifizierten Attentäter "N." um Noordin Top handeln könnte, legte die Polizei allerdings nicht nahe. Top gilt eher als Strippenzieher im Hintergrund.
"N." könnte der Mann sein, der sich zwei Tage vor dem Attentat unter dem Namen Nurdin Aziz in Zimmer 1808 im Marriott einmietete. Er hinterlegte nach Presseberichten tausend Dollar in bar an der Rezeption, weil er keine Kreditkarte vorweisen konnte. Vermutlich checkte er aber unter falschem Namen ein.
Die Polizei bekräftige am Sonntag, dass die Täter aus dem Kreis der JI kommen müssen. Das gehe aus Analysen des Bombenmaterials hervor. Ähnliche Sprengsätze seien bei früheren Anschlägen der JI auf Bali benutzt worden, sagte der Polizeisprecher. Bei einer Razzia in einem vermeintlichen Versteck von JI-Mitgliedern in einem islamischen Internat in Zentraljava sei genau solches Material drei Tage vor den Anschlägen sichergestellt worden, sagte Polizeisprecher Nana Sukarna.
Terrorfahnder Mbai sagte: "Die Festnahme von Top muss jetzt wichtigste Aufgabe werden, so lange er auf freiem Fuß ist, sind alle Sicherheitsvorkehrungen nutzlos."
tdo/dpa
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