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03.08.2009
 

Unruhen in Xinjiang

Chinesische Polizei nimmt Hunderte Menschen fest

Die chinesische Zentralregierung übt weiter Druck auf die Uiguren in der Provinz Xinjiang aus: Knapp einen Monat nach den Unruhen im Nordwesten des Landes nahm die Polizei erneut mehr als 300 Personen fest.

Peking - Vier Wochen nach den schweren Unruhen im Nordwesten Chinas hat die Polizei weitere 319 Menschen festgenommen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, werden sie verdächtigt, in die Auseinandersetzungen zwischen der muslimischen Minderheit der Uiguren und den Han-Chinesen in der Provinz Xinjiang verwickelt gewesen zu sein. Wie viele der Festgenommenen Uiguren und wie viele Han sind, wurde nicht berichtet.

Die Polizei in der Provinzhauptstadt Ürümqi erklärte dem Bericht vom Sonntagabend zufolge, die Festnahmen seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung und auf Grundlage von Ermittlungen erfolgt. Nach früheren Angaben waren im Zusammenhang mit den Unruhen bereits mehr als 1600 Menschen festgenommen worden. Bei den Auseinandersetzungen kamen amtlichen Angaben zufolge 197 Menschen ums Leben. Mehr als 1700 wurden verletzt.

Unterdessen tauchte im Internet eine Terrorbotschaft auf, die dem Anführer einer muslimischen Separatistengruppe, Scheich Abdul Hak al Turkistani, zugeschrieben wurde. Darin wird zu Anschlägen gegen Chinesen und chinesische Einrichtungen sowie zu Geiselnahmen im In- und Ausland aufgerufen. Mit den Geiseln könne man dann "unsere Gefangenen in Ost-Turkestan" freipressen, hieß es weiter. Separatistische Uiguren bezeichnen Xinjiang als Ost-Turkestan.

Die Uiguren sind ein Turk-Volk. Nach Angaben des Pekinger Außenministeriums gab es in der Türkei Drohungen gegen chinesische Bürger und Einrichtungen. Das Ministerium rief Chinesen in der Türkei zu Wachsamkeit auf, "überfüllte oder sensible Orte" sollten vermieden werden. Die Türkei, die zu den Uiguren eine besondere Beziehung unterhält, hat gegen das Vorgehen der chinesischen Behörden in Xinjiang protestiert. Politiker in Ankara sprachen gar schon von einem Genozid.

amz/AP

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