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04.08.2009
 

Iran

Teheran bestätigt Verhaftung von drei US-Reportern

Diplomatische Spannungen zwischen Iran und den USA: Wegen Verletzung der iranischen Grenze wurden drei US-Reporter verhaftet. Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass die Amerikaner in Iran recherchiert haben - dennoch hetzt das Regime in Teheran gegen die "Zionisten".

Teheran - Die umstrittene Präsidentschaftswahl in Iran hat das Verhältnis von Iran und dem Westen stark belastet, jetzt zeichnet sich zudem ein weiterer Konflikt ab. Unmittelbar vor der Vereidigung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch steigen die Spannungen zwischen Teheran und Washington wegen der Festnahme von drei US-Bürgern.

Iranischer Präsident Ahmadinedschad: Harter Kurs gegen den WestenZur Großansicht
dpa

Iranischer Präsident Ahmadinedschad: Harter Kurs gegen den Westen

Bei den drei Rucksacktouristen, die vom iranischen Militär am Freitag an der irakischen Grenze aufgegriffen worden waren, handelt es sich um freiberuflich tätige Nachwuchsjournalisten. Es seien Untersuchungen im Gange, um die Identität der US-Bürger zu klären, berichtete der Nachrichtensender Khabar am Dienstag.

In Iran ist die journalistische Arbeit für Ausländer ohne vorherige Akkreditierung streng verboten. Es gab jedoch zunächst keine Anzeichen dafür, dass die Amerikaner die Grenze zu Iran aus beruflichen Gründen überschritten hatten. Am Wochenende hatten auch iranische Medien berichtet, die drei seien irrtümlich auf iranisches Gebiet geraten. Sie waren wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen worden.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Montag die sofortige Freilassung der drei Festgehaltenen verlangt. "Wir sind besorgt", sagte Clinton. Da die USA selbst keine diplomatischen Beziehungen zu Iran unterhält, sollen Schweizer Diplomaten sich um die US-Bürger kümmern.

In iranischen Medien wurden die drei US-Amerikaner am Dienstag als "Zionisten" bezeichnet. Bei Shane Bauer handele es sich demnach um einen US-Amerikaner jüdischen Glaubens, der für den "San Francisco Chronicle" und den "Christian Science Monitor" arbeite. Seine Begleiterin Sarah Shourd schreibe für die politische Website "Matador". Joshua Fattal, der dritte der Festgenommenen, arbeite für eine israelische Wochenzeitschrift, hieß es in Berichten örtlicher iranischer Zeitungen.

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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Indes macht auch Irans Präsident Ahmadinedschad wieder von sich reden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA am berichtet, will Präsident Ahmadinedschad nach seiner Vereidigung die Regierung umbilden und Außenminister Manuchehr Mottaki ersetzen. Nachfolger Mottakis soll einer der beiden Vizepräsidenten, Parwis Dawudi oder Ahmad Mussawi, werden. Ahmadinedschad hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, Iran wolle in den nächsten vier Jahren einen härteren Kurs in der Außenpolitik einschlagen, vor allem was das international umstrittene Atomprogramm angeht.

Die Europäische Union lässt sich bei der Vereidigung vom schwedischen Botschafter in Teheran, Magnus Wernstedt, vertreten. Schweden hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Ahmadinedschads Sieg bei der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Wahl vom 12. Juni war am Montag vom obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, offiziell bestätigt worden. Ahmadinedschad hatte am Montag erneut westliche Regierungen dafür verantwortlich gemacht, dass es nach der Präsidentschaftswahl zu Massendemonstrationen in Iran gekommen ist. Dabei waren in den vergangenen Wochen mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei will laut Nachrichtenagentur Fars inzwischen ein "leicht zurückgehendes Potenzial" für die Beteiligung an den Unruhen erkannt haben.

Die Regierungszeitung des Landes meldete zudem die Hinrichtung von drei wegen Vergewaltigung verurteilten Männer, die am Montag gehängt wurden. Damit wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP in Iran seit Beginn des Jahres 195 Menschen hingerichtet, das Land belegte im Vorjahr den zweiten Platz hinter China. In Iran steht auf Delikte wie Raub, Vergewaltigung und Ehebruch die Todesstrafe.

hoc/dpa/AFP

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