Kabul - Wenige Stunden nach Beginn der Präsidentenwahl in Afghanistan haben sich Polizisten und drei mutmaßliche Taliban-Kämpfer in Kabul heftige Schusswechsel geliefert. Die Extremisten hätten Selbstmordanschläge geplant, verlautete am Donnerstag aus Polizeikreisen. Sie hätten ein Gebäude im Osten der Hauptstadt besetzt. Die Taliban bestätigten, drei Kämpfer seien in die Kämpfe verwickelt. Dies sei Teil des Plans, die Wahl zu stören.
In Kunduz, wo die Bundeswehr ein Feldlager mit derzeit rund 900 Soldaten betreibt, kam es am Donnerstagmorgen zu heftigen Angriffen. Insgesamt schlugen in der Stadt sieben Raketen ein, hieß es von der Bundeswehr, dabei soll es auch Verletzte gegeben haben. Eine Rakete hat demnach ein Wahllokal getroffen, weitere schlugen in der Nähe eines Krankenhauses ein.
Die Lage erscheint nach den Worten des Provinzgouverneurs Mohammed Omar mehr als angespannt. Omar berichtete SPIEGEL ONLINE, auch in anderen Gegenden von Kunduz seien Raketen eingeschlagen. Dabei wurden nach Angaben des Politikers fünf Menschen verletzt worden. Zudem gebe es immer wieder Feuergefechte zwischen Taliban und den afghanischen Sicherheitskräften.
Besonders im Distrikt Chahar Darreh, einer Hochburg der Taliban westlich von Kunduz-Stadt, ist die Situation kritisch. Omar sagte, nur ein Wahllokal habe öffnen können, doch die Wähler trauten sich nicht, dort ihre Stimme abzugeben. Angeblich haben die Taliban Checkpoints eingerichtet und kontrollieren jedes Auto. Omar empfahl der Bevölkerung, für die Stimmabgabe in die Stadt zu kommen.
Die Taliban hatten in den vergangenen Tagen massiv gedroht, jedem Wähler den mit einer nicht abwaschbaren Tinte markierten Zeigefinger abschneiden zu wollen. Omar erließ deshalb für Kunduz spontan die Bestimmung, die Finger nicht mehr zu markieren. Dies könnte zu eklatanten Wahlfälschungen führen, vermuten Beobachter.
In der ebenfalls angrenzenden Provinz Takhar teilte die Polizei mit, zwei Selbstmordattentäter seien festgenommen worden, als sie versucht hätten, in ein Wahllokal einzudringen. In der Nähe des Polizei-Hauptquartiers sei ein Sprengsatz detoniert, der eine Wand zum Einsturz gebracht habe. Opfer habe es nicht gegeben.
Auch aus Baghlan, etwas weiter südlich, gab es Berichte über massive Gefechte zwischen Taliban und den Sicherheitskräften. Dabei soll der Distriktchef von Baghlan erschossen worden sein. Die Polizei gibt jedoch nach dem Dekret des Außenministeriums, nicht über Gewalt am Wahltag zu berichten, nur sporadisch Informationen heraus.
Die Taliban teilten in einer E-Mail mit, ihre Kämpfer hätten 16 Wahllokale im Land angegriffen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Angaben der Taliban sind häufig übertrieben.
Die Wahl findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Ein Sprecher der Vereinten Nationen in Kabul erklärte, dass trotz der massiven Anschlagsdrohungen der Islamisten die meisten Wahllokale geöffnet hätten. In allen Landesteilen stünden Afghanen vor den Lokalen an, um ihre Stimme abzugeben. Als Favorit in die Wahl geht Amtsinhaber Hamid Karzai. Mit einem Ergebnis wird erst am Wochenende gerechnet.
hen/mgb/dpa/Reuters
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Die Wirklichkeit ist doch die, daß sowohl OEF Truppen in AFG kämpfen und ISAF Truppen den angeblichen "Frieden" sichern, oder hab ich da was falsch verstanden? ---Zitatende--- Ich denke mal eher, Sie haben wie üblich [...] mehr...
Die Wirklichkeit ist doch die, daß sowohl OEF Truppen in AFG kämpfen und ISAF Truppen den angeblichen "Frieden" sichern, oder hab ich da was falsch verstanden? Das ISAF angegriffen hätte, habe ich nicht [...] mehr...
Einzig und allein Karsai und die seinen brauchen die Unterstützung der USA und seiner Vasallen. Gegen sie richtet sich der Hass der Afghanen genauso wie gegen die Besatzer. Die Bevölkerung Afghanistans hat sicherlich inzwischen [...] mehr...
Schlimmer als das, was jetzt in Afghanistan vorherrscht, kann es nicht werden, derweil die Afghanen die Massenvernichtungswaffen, worüber ihre Besatzer verfügen und auch einsetzen, nicht besitzen. Ein Bürgerkrieg wird überdies [...] mehr...
"Seit November 2001 beteiligt sich Deutschland unter anderem mit Seestreitkräften und Spezialkräften an der Operation ENDURING FREEDOM (OEF) zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus." (Weißbuch 2006 zur [...] mehr...
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