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29.08.2009
 

Afghanistan-Krieg

Obama will mehr Soldaten von Deutschland

Helikopter im Afghanistan-Einsatz: Transall-Flugzeuge als ErsatzteillagerZur Großansicht
AFP

Helikopter im Afghanistan-Einsatz: Transall-Flugzeuge als Ersatzteillager

Der August wird der Monat mit den höchsten Verlusten für die USA in Afghanistan seit Beginn des Militäreinsatzes. US-Präsident Obama fordert nach SPIEGEL-Informationen nun mehr deutsche Truppen - allerdings machen der Bundeswehr am Hindukusch schon jetzt Personalnot und marode Ausrüstung zu schaffen.

Hamburg - US-Präsident Barack Obama wird die Bundesregierung gemäß SPIEGEL-Informationen nach der Bundestagswahl zur Entsendung weiterer Truppen nach Afghanistan auffordern. US-Diplomaten haben dies führenden CDU-Politikern bereits angekündigt.

Das Bundestagsmandat begrenzt die Truppenstärke derzeit auf 4500 Soldaten. Es läuft aber im Dezember aus. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte bereits im vergangenen Jahr die Obergrenze des Afghanistan-Mandats von 3500 auf 6000 Soldaten erhöhen wollen. Aus Rücksicht auf die CSU und die Landtagswahl in Bayern habe er es aber bei maximal 4500 Soldaten bewenden lassen.

Sollte das Parlament dem US-Begehren nachkommen, so dürfte erheblicher zusätzlicher Aufwand auf das Verteidigungsministerium zukommen. Interne Berichte des Ministeriums weisen bereits jetzt auf schwere Mängel bei der Ausrüstung der Bundeswehrverbände in Afghanistan hin. Mehr als die Hälfte ihrer rund 700 geschützten Fahrzeuge am Hindukusch sind danach zeitweise nicht einsatzbereit. Wegen eines Mangels an Ersatzteilen müssten sogar Transportflugzeuge vom Typ Transall ausgeschlachtet werden. Für Hubschrauber gebe es nicht genug Piloten, für die Übertragung geheimer Informationen fehlten geeignete Computer und Funkgeräte.

Blutiger August

Doch die US-Streitkräfte sind auf Hilfe dringend angewiesen: Für die amerikanischen Truppen wird der August in Afghanistan der bislang blutigste Monat seit Beginn des Militäreinsatzes vor knapp acht Jahren. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Militärangaben berichtete, kam zuletzt am Freitag im Osten Afghanistans ein US-Soldat ums Leben, als neben seinem Fahrzeug ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz explodierte. Mit dem Tod des Soldaten stieg die Zahl der in diesem Monat in Afghanistan umgekommenen US-Militärangehörigen am Freitag auf 45 - nach Zählung des Senders wurde damit der Höchststand vom Juli übertroffen.

Bei dem Anschlag wurde auch eine Reporterin des US-Rundfunksenders CBS verletzt. Wie CBS mitteilte, befand sich die Journalistin Cami McCormick in dem angegriffenen Militärfahrzeug in der Provinz Lugar. Nach einer Operation in einem Feldlazarett sei sie zur weiteren Behandlung in ein Hospital des US-Militärlagers in Bagram gebracht worden. Sie befinde sich in stabilem Zustand.

Nach Angaben des Internetdienstes iCasualties.org kamen in Afghanistan in diesem Jahr bereits 301 Soldaten der Koalitionstruppen ums Leben, sieben mehr als im gesamten Vorjahr. Insgesamt starben demnach seit dem Einmarsch zum Sturz des Taliban-Regimes 1346 Angehörige der internationalen Truppen, darunter 807 US-Soldaten.

mik/AFP

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