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Entführter Israeli BND-Vermittler legt Vorschlag für Gefangenenaustausch vor

Gilad Schalit: In den Händen der Hamas
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AP

Vor drei Jahren entführte die Hamas den Israeli Gilad Schalit - kommt der Soldat nun durch BND-Vermittlung frei? Nach SPIEGEL-Informationen könnten im Austausch für Schalit 450 Palästinenser aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Die Hamas muss dem Vorschlag noch zustimmen.

Hamburg - Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat in den Verhandlungen um die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit einen konkreten Vorschlag vorgelegt. Nach Informationen des SPIEGEL soll Israel im Austausch für den im Juni 2006 entführten Soldaten 450 Palästinenser freilassen. Im Gegenzug würde die Hamas Schalit übergeben. Anschließend wäre die israelische Regierung bereit, weitere Palästinenser freizulassen.

Die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu beharrt bislang allerdings darauf, dass dies als humanitäre Geste ohne Zeitdruck geschieht. Die Hamas hat nun bis Anfang September Zeit, auf den Vorschlag zu reagieren.

Der deutsche Vermittler ist auf ausdrückliche Bitte der israelischen Regierung aktiv und pendelt seit Mitte Juli zwischen den Konfliktparteien. Schalit war im Juni 2006 an der Grenze zum Gaza-Streifen entführt worden und befindet sich seitdem in der Hand der Islamisten.

Streit um Häftlinge, die an Anschlägen beteiligt waren

Im März waren direkte Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas zur Freilassung Schalits gescheitert. Die Gespräche in Kairo über einen Gefangenenaustausch hätten kein Ergebnis gebracht, berichteten israelische Medien damals. Sie galten als vorerst letzte Chance für eine Einigung.

Das Büro des damaligen Ministerpräsidenten Ehud Olmert erklärte damals, die Gespräche seien gescheitert, weil die Hamas überzogene Forderungen gestellt habe. Die Hamas bestritt jedoch eine Verhärtung ihres Standpunktes. Strittig war unter anderem die israelische Forderung, dass einige Dutzend Häftlinge, die an der Planung oder Ausführung von Anschlägen beteiligt waren, nicht in die Palästinensergebiete zurückkehren, sondern ins Ausland gehen sollen. Hamas lehnte dies ab.

Erst Monate nach der Entführung veröffentlichte die Hamas Lebenszeichen des verschleppten israelischen Soldaten Schalit: eine Tonbandaufnahme ihrer Geisel. Die Angehörigen des Soldaten hätten eine Aufnahme seiner Stimme erhalten, sagte ein Hamas-Sprecher Anfang 2007 und bekräftigte zudem die palästinensische Forderung, Israel solle im Austausch für Schalit tausend Palästinenser aus seinen Gefängnissen freilassen. Bei vielen von ihnen soll es sich um Frauen und Kinder handeln. Israel hatte diese Forderung damals als überzogen zurückgewiesen.

"Lassen Sie meinen Sohn nicht im Stich"

Nach dem Scheitern der Verhandlungen in Kairo im März 2009 hatte sich der Vater Schalits in einem offenen Brief an Ehud Olmert gewandt. "Wir fordern, dass Sie Gilad nach Hause bringen, bevor ihre Amtszeit ausläuft - auch wenn der Preis dafür hoch ist", schrieb Noam Schalit an den scheidenden Regierungschef. Die Eltern hätten ihren Sohn zum Armeedienst geschickt, weil ihnen versprochen worden sei, dass niemand zurückgelassen werde. Dieser Pakt dürfe nicht gebrochen werden, beschwor Schalit den Premier. "Dieser Brief ist ein Gebet für meinen Sohn. Ich bitte Sie von Vater zu Vater: Lassen Sie meinen Sohn nicht im Stich."

Olmert konnte keine Freilassung des Soldaten erreichen. Möglicherweise gelingt dies aber nun durch Vermittlung des BND.

hda

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