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06.09.2009
 

Wahl in Afghanistan

Karzai baut seinen Vorsprung aus

Wahlplakat in Kabul: Karzai liegt vor allem im paschtunischen Süden und Osten vornZur Großansicht
AP

Wahlplakat in Kabul: Karzai liegt vor allem im paschtunischen Süden und Osten vorn

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan liegt Amtsinhaber Karzai mit Abstand vorn. Doch auch nach Auszählung von drei Viertel der Stimmen hat er keine absolute Mehrheit erreicht. Ein zweiter Wahlgang ist wahrscheinlich. Einen Teil der Ergebnisse hat die Wahlkommission inzwischen annulliert.

Kabul - Hamid Karzai hat seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Der Präsident kommt nach den bisher ausgezählten Stimmen aus drei Viertel aller Wahllokale aber immer noch nicht auf eine absolute Mehrheit. Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte am Sonntag mit, Karzai habe bislang 48,6 Prozent der Stimmen gewonnen. Sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah folge mit 31,7 Prozent. Sollte Karzai auch bei der weiteren Stimmenauszählung keine absolute Mehrheit bekommen, wäre ein zweiter Wahlgang im Oktober notwendig.

Die Wahl ist zunehmend umstritten, weil immer mehr Manipulationsvorwürfe gegen das Karzai-Lager laut werden.

Bei der von den Vereinten Nationen unterstützten Beschwerdekommission (ECC) sind zahlreiche Einwände gegen die Wahl und die Stimmenauszählung eingegangen. Seit dem Wahltag am 20. August erhielt die ECC nach eigenen Angaben mehr als 2300 Einwände. Fast 700 davon wurden als "Kategorie A" eingestuft und sind geeignet, den Wahlausgang zu beeinflussen. Die Wahlkommission hat inzwischen einige Ergebnisse der Wahl annulliert. Grund seien Unregelmäßigkeiten in mehreren Wahllokalen, teilte die Kommission am Sonntag mit.

Beobachter befürchten, dass aufgrund der zahlreichen Unregelmäßigkeiten Kandidaten die Legitimität der Wahl in Frage stellen könnten. Unter anderem wirft Ex-Außenminister Abdullah dem Karzai-Lager Manipulationen vor.

Zu Beginn der Auszählung hatten erste Teilergebnisse noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Karzai und Abdullah hingedeutet. Inzwischen liegt der Amtsinhaber 16,9 Prozentpunkte vor Abdullah. An dritter Stelle liegt weiterhin der frühere Planungsminister Ramazan Bashardost mit 10,7 Prozent. Die restlichen 27 Kandidaten spielen keine Rolle mehr.

Als wahrscheinlich gilt, dass Karzai seinen Vorsprung weiter wird ausbauen können. Bislang wurden vor allem Ergebnisse aus Wahllokalen in Provinzen veröffentlicht, in denen Abdullah stark war. Im paschtunischen Süden und Osten des Landes, wo Karzai deutlich vorne liegt, wurden bislang weniger Stimmen ausgezählt. Ein amtliches Endergebnis war ursprünglich für Mitte September angekündigt worden. Der Termin erscheint angesichts der schleppenden Auszählung und der zahlreichen Beschwerden allerdings als kaum haltbar.

ler/dpa

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