Von Anja Herr und Christian Teevs
Heftige Kritik an Deutschlands Vorgehen kam sowohl von Seiten der USA als auch der Europäischen Union. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sprach von einem "großen Fehler", EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner von einer "großen Tragödie". Schwedens Außenminister Carl Bildt, amtierender EU-Ratspräsident, sagte: "Wir gewinnen nicht vor allem durch militärische Mittel. Wir gewinnen durch Frieden und den politischen, wirtschaftlichen, zivilen Aufbau eines Staates." Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero bezeichnete den Angriff als "nicht hinnehmbar".
Der Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, nannte die Attacke einen "ernsten Vorfall". Dem deutschen Oberst Georg Klein wirft er laut "Washington Post" vor, er habe den Luftangriff auf Basis von nur einer Quelle befohlen. Dies sei nicht zulässig.
McChrystal hat die Vermeidung ziviler Opfer zu einem seiner wichtigsten Ziele gemacht. Kurz nach seinem Dienstantritt in Kabul vor etwa drei Monaten hatte er angeordnet, die Luftangriffe zu verringern, da diese immer wieder zu zivilen Opfern führten. Ende August erstellte er eine "Richtlinie zur Aufstandsbekämpfung", in der er betonte, die wichtigste Aufgabe der Soldaten sei der Schutz der Bevölkerung - nicht die Tötung der Taliban.
Mit Material von AP
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