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08.09.2009
 

Afghanistan

USA und Uno drängen Karzai zu Wahlüberprüfung

Präsident Karzai: Seine Anhänger sollen Schein-Wahllokale eingerichtet habenZur Großansicht
Getty Images

Präsident Karzai: Seine Anhänger sollen Schein-Wahllokale eingerichtet haben

Seine Anhänger sollen bei den Wahlen massiv betrogen haben - jetzt gerät Hamid Karzai international unter Druck: Die USA und die Uno fordern nach Berichten eines amerikanischen Fernsehsenders eine gründliche Überprüfung des Urnengangs in Afghanistan.

Washington/Kabul - Die Vorwürfe gegen Hamid Karzai und seine Anhänger im Zusammenhang mit der Präsidentenwahl in Afghanistan wiegen schwer - nun haben die USA und die Vereinten Nationen den afghanischen Präsidenten nach Medienberichten zu einer genauen Überprüfung der Wahlen gedrängt. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Mitarbeiter des US-Außenministeriums berichtete, trafen der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, und Uno-Vertreter am Montagabend mit Karzai zusammen. Dabei hätten sie ihn aufgefordert, der unabhängigen Wahlkommission eine eingehende Überprüfung der Vorwürfe zu gestatten. Erst danach könne geklärt werden, ob ein zweiter Wahlgang nötig ist.

Ein namentlich nicht genannter Vertreter des Außenministeriums in Washington sprach von einem "Schuss vor den Bug der afghanischen Regierung". Damit solle sichergestellt werden, dass die Wahlkommission ihrer Aufgabe ungehindert nachgehen könne. Botschafter Eikenberry habe nach dem Treffen mit Karzai US-Außenministerin Hillary Clinton Bericht erstattet, hieß es weiter.

Am Montag hatte die "New York Times" unter Berufung auf Diplomaten von massiven Betrugsvorwürfen gegen Karzai-Anhänger berichtet. So sollen bei der Abstimmung am 20. August bis zu 800 "Phantom-Wahllokale" eingerichtet worden sein, aus denen tausende Stimmen für Karzai registriert wurden. Auch die stellvertretende Leiterin der EU- Wahlbeobachtermission in Afghanistan, Dimitra Ioannou, sprach im "Tagesspiegel" von "Wahlbetrug im großen Stil".

Nach Auszählung von drei Viertel der Wahllokale führt Karzai nach Angaben der Wahlkommission mit 48,6 Prozent der Stimmen. Sein wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah folgt mit 31,7 Prozent. Für einen Erfolg bereits im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit der Stimmen nötig.

anr/dpa

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