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Gastkommentar Auf dem Weg in die nukleare Anarchie

Nordkorea präsentiert sein Arsenal an Raketen: Schutz vor AngriffenZur Großansicht
REUTERS

Nordkorea präsentiert sein Arsenal an Raketen: Schutz vor Angriffen

2. Teil: Nukleare Anarchie ist kein fernes Horrorszenario mehr

In der multipolaren Welt könnten diese Entwicklungen außer Kontrolle geraten. Die Gefahr einer nuklearen Anarchie ist kein fernes Horrorszenario mehr, sondern im Bereich des Möglichen. Sie wird noch befördert durch das neu erwachte Interesse vieler Staaten an der Atomenergie. Es ist zu vermuten, dass es dabei auch um die Option geht, das technische Know-how und das nukleare Material für die Atombombe zu erlangen. So oder so ist eine strikte Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomtechnik eine Fiktion. Eine vollständige Kontrolle über den nuklearen Brennstoffkreislauf ist kaum zu gewährleisten. Und ob es zu einem Verbot der Produktion von waffenfähigem Spaltmaterial kommen wird, ist fraglich.

Wer unter Berufung auf den Klimaschutz den Ausbau der Atomenergie befördert, riskiert damit auch die Ausbreitung der Atombombe.

Die Verhandlungen zwischen den USA und Russland über den START-Folgevertrag sind wichtig, um eine neue Dynamik atomarer Abrüstung einzuleiten. Aber sie können nur der erste Schritt sein. Die Zukunft des Nichtweiterverbreitungs-Regimes hängt davon ab, ob es der internationalen Staatengemeinschaft gelingt, auf diplomatischem Weg die Atomprogramme in Iran und Nordkorea zu stoppen. Schließlich darf es auch keinen konventionellen Rüstungswettlauf geben, sonst ist die Logik atomarer Abschreckung nicht zu durchbrechen. Auch hier müssen die Vereinigten Staaten und Russland vorangehen.

Was muss Deutschland tun?

Die Bundesrepublik Deutschland hat zu Zeiten der Blockkonfrontation einen wichtigen Beitrag zur Abrüstung geleistet. Dies war auch ein Beitrag der Friedensbewegung. An dieser Tradition können wir anknüpfen. Ein lohnendes Thema ist der Abzug aller taktischen Atomwaffen aus Europa als Eckstein für eine neue europäische Sicherheitsordnung. Das sollte Gegenstand von Verhandlungen zwischen Nato und Russland werden. Darüber hinaus muss Deutschland einen aktiveren Part bei der Vorbereitung der NVV-Überprüfungskonferenz übernehmen.

Angesichts der immer noch intensiven Handelsbeziehungen mit Iran im Technologiesektor hat die Bundesrepublik auch eine große Verantwortung im Konflikt um das iranische Atomprogramm. Auch hier geht es um ein Rennen gegen die Zeit. Deshalb müssen erweiterte Angebote auf politische und ökonomische Kooperation mit erweiterten Sanktionen verbunden werden, um den inneren und äußeren Druck auf das iranische Regime zu erhöhen.

Die Bundesregierung sollte ihre guten Beziehungen zu Moskau und Peking nutzen, um ein konzertiertes Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft gegenüber Iran zu befördern. Gelingt das nicht, ziehen schwere Wetter auf.

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insgesamt 727 Beiträge
Jürgen Munzert 05.04.2009
Für absolut unrealistisch und weltfremd. Pure Träumerei. Das Wissen um die Bombe, sowie das technologische know how ist nicht mehr zu eleminieren. Eine effektive Kontrolle ist unmöglich und die potenziellen Verlierer wären die [...]
Zitat von sysopDie USA werden sich für eine "atomwaffenfreie Welt" einsetzen. Dies verkündete Barack Obama in Prag. Für wie realistisch halten Sie den Vorschlag?
Für absolut unrealistisch und weltfremd. Pure Träumerei. Das Wissen um die Bombe, sowie das technologische know how ist nicht mehr zu eleminieren. Eine effektive Kontrolle ist unmöglich und die potenziellen Verlierer wären die Naiven. Dann nämlich, wenn irgendwelche Schurken heimlich neue Atomwaffen bauen und damit die Welt bedrohen. Oder noch einfacher: gar nicht alle A-bomben abrüsten und gleich welche zurücklegen - für alle Fälle. Wer den Menschen kennt und dessen Geschichte kann solchen Phantastereien nicht anhängen.
Babilynier 05.04.2009
-BHO rettet Nato-Regierungen vor Gipfelblamage, -OHB verspricht Welt ohne Atomwaffen... usw selbst inszenierung; dass errinnert mich an: Die Stuecke werden immer laenger, die Regisseure scheinen sich immer mehr selbst [...]
-BHO rettet Nato-Regierungen vor Gipfelblamage, -OHB verspricht Welt ohne Atomwaffen... usw selbst inszenierung; dass errinnert mich an: Die Stuecke werden immer laenger, die Regisseure scheinen sich immer mehr selbst verwirklichen zu wollen. Heinz Ruehmann. Danke an DW-Homepage!
Batistuta 05.04.2009
Ob realistisch oder nicht, was zählt ist, daß sich endlich überhaupt mal ein amerikanischer Präsident strikt gegen Atomwaffen ausspricht. Vor allem einer, der als erstes bei sich selbst anfängt sein Arsenal zu reduzieren, anstatt [...]
Ob realistisch oder nicht, was zählt ist, daß sich endlich überhaupt mal ein amerikanischer Präsident strikt gegen Atomwaffen ausspricht. Vor allem einer, der als erstes bei sich selbst anfängt sein Arsenal zu reduzieren, anstatt anderen nur Dinge diktieren zu wollen, die er selbst aber nicht einhalten will. Selbst wenn Obama dahingehend nur einen kleinen Erfolg erzielen kann, hat er damit die Welt immerhin ein bißchen besser gemacht.
ochsensepp1 05.04.2009
...wie wir uns erinnern, gehören die USA zu den Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben. Das, und die Verschrottung des eigenen Arsenals wäre ein Anfang. Aber den Anfang sollen natürlich "die [...]
...wie wir uns erinnern, gehören die USA zu den Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet haben. Das, und die Verschrottung des eigenen Arsenals wäre ein Anfang. Aber den Anfang sollen natürlich "die Anderen" machen. Herr Obama gerät langsam zur Lachnummer.
e.schw 05.04.2009
Ich fürchte, eine atomwaffenfreie Welt werden wir erst haben, wenn die Dinger in einem Krieg “verbraucht” wurden. Die Veranstaltungen zum G 20 - Gipfel und die Feiern zum 60. Natojubiliäum gleichen m.E. Totentänzen. Was nun [...]
Zitat von sysopDie USA werden sich für eine "atomwaffenfreie Welt" einsetzen. Dies verkündete Barack Obama in Prag. Für wie realistisch halten Sie den Vorschlag?
Ich fürchte, eine atomwaffenfreie Welt werden wir erst haben, wenn die Dinger in einem Krieg “verbraucht” wurden. Die Veranstaltungen zum G 20 - Gipfel und die Feiern zum 60. Natojubiliäum gleichen m.E. Totentänzen. Was nun wahrscheinlich folgt, kann man nur noch mit dem Wort “Wahnsinn” umschreiben. Ich vermeide im Allgemeinen, etwas zum äußeren Erscheinungsbild von Politikern zu sagern. Aber Barack Obama erinnert mich irgendwie an einen Bestatter.
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Irans Atomprogramm
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.


Nordkoreas Atomprogramm
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