Von Björn Hengst, Marta Solarz, Christian Teevs und Carsten Volkery
Nach einer Umfrage des Magazins "Newsweek Polska" Ende August plädieren 60 Prozent der Befragten für einen sofortigen Rückzug der 2000 polnischen Soldaten aus Afghanistan. Nur 23 Prozent sind für einen Verbleib in der östlichen Provinz Ghazni. Laut Verteidigungsminister Bogdan Klich ist Ghazni allerdings nicht stabil genug, dass die polnische Armee abgezogen werden könnte.
Trotz der mehrheitlichen Ablehnung der polnischen Gesellschaft dreht sich die Debatte in Polen vor allem um die schlechte Ausrüstung und die schwierigen Lebensbedingungen der polnischen Soldaten. Die Diskussion brach aus, nachdem im August der zehnte polnische Soldat in Afghanistan gefallen war. Das führte sogar zum Rücktritt des Kommandeurs der Landstreitkräfte, General Waldemar Skrzypczak.
Als Grund gab Skrzypczak an, die militärische Ausrüstung sei sehr schlecht und die Soldaten seien daher einer großen Gefahr ausgesetzt. Der General warf dem Verteidigungsministerium übertriebene Bürokratie und mangelnde Fürsorge für die Sicherheit der Soldaten vor.
Die Regierung reagierte auf die Kritik mit der Verabschiedung eines "afghanischen Pakets". Es sieht vor, dass in den nächsten zwei Jahren ungefähr 1,3 Milliarden Zloty (rund 300 Millionen Euro) für Ausrüstung und damit besseren Schutz der Soldaten bereitgestellt werden.
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