Washington - Kurz nach dem achten Jahrestag der Anschläge von 11. September 2001 ist angeblich eine neue Botschaft von Osama Bin Laden aufgetaucht, in der er den USA mit weiterer Gewalt droht. Das auf Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen "IntelCenter" berichtete, es handele sich um eine elf Minuten und 20 Sekunden lange Audiobotschaft an "das amerikanische Volk". Für die Echtheit gibt es bislang keine Beweise.
Die Aufnahmen seien auf der Web-Seite as-Sahab veröffentlicht worden, die al-Qaida zur Kommunikation nutzt. Es sei ein Standbild des Extremistenführers zu sehen, das mit einem gesprochenen Text unterlegt sei. Darin drohe Bin Laden den USA mit einem "Zermürbungskrieg" , falls die Kämpfe im Irak und in Afghanistan nicht beendet würden.
Bin Laden ziehe einen Vergleich mit dem Zerfall der früheren Sowjetunion, die "zehn Jahre lang zermürbt" worden sei, bis sie schließlich der Vergangenheit angehört habe. Wörtlich habe er gesagt: "Wenn ihr den Krieg nicht stoppt, werden wir den Zermürbungskrieg an jeder Front weiterführen."
In den Aufnahmen gibt es auch einen Verweis auf Obamas Rede in Kairo im Juni, die vermuten lässt, dass das Tonband danach aufgezeichnet wurde. In der neuen Botschaft sagt Bin Laden, es hätten sich nur die "Gesichter im Weißen Haus" verändert. Mit Obama habe es keine Veränderung der amerikanischen Politik gegeben, weil der US-Präsident etwa Verteidigungsminister Robert Gates, der schon unter George W. Bush Minister war, weiter in seiner Administration behalten habe.
Rückhalt für Israel war Grund für 11. September
Die US-Bürger forderte Bin Laden laut der Video-Auswertung durch "IntelCenter" auf, Druck auszuüben auf ihre Regierung, damit diese ihre Unterstützung für Israels aufgebe. Wörtlich habe er gesagt: "Die Zeit ist reif, dass ihr euch von der Angst und dem ideologischen Terrorismus der Neo-Konservativen und der israelischen Lobby befreit." Den Rückhalt für Israel nannte Bin Laden demnach als einen der wichtigsten Gründe für die Anschläge vom 11. September.
Bin Laden wird in den Bergen des afghanisch-pakistanischen Grenzgebiets vermutet. Sein letztes Statement wurde nach Angaben des "IntelCenters" im Juni 2009 veröffentlicht. In einem 22 Minuten langen Tonband vom Januar 2009 machte Bin Laden zudem den blutigen Gaza-Konflikt und die Weltwirtschaftskrise zum Thema und rief zum Dschihad gegen "das zionistische Gebilde" auf.
Anfang dieses Monats hatte die Qaida-Web-Seite laut "IntelCenter" angekündigt, es werde ein "Geschenk" an Muslime von Osama Bin Laden geben anlässlich des heiligen Monats Ramadan.
kgp/dpa/Reuters/AFP
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