New York - Heftige Kritik an Israel für ihre Offensive "Gegossenes Blei" im Gaza-Streifen: Bei dem Feldzug vor acht Monaten sei Gewalt unverhältnismäßig eingesetzt und gegen das Völkerrecht verstoßen worden, heißt es im Bericht des Uno-Untersuchungsteams von Leiter Richard Goldstone. Israel habe nicht die "notwendigen Vorkehrungen" getroffen, um wie von internationalem Recht gefordert den Verlust von Menschenleben, Verletzungen von Zivilisten und Sachschäden zu vermeiden. Gerügt wurde vor allem der Abschuss von Phosphorgranaten auf Einrichtungen des Uno-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) sowie der "absichtliche Beschuss" von Krankenhäusern.
Phosphorgranaten können schwere Verbrennungen der Haut sowie Schädigungen an Leber, Herz und Nieren verursachen. Israel hatte erstmals 2006 den Einsatz von Phosphorgranaten bei der Offensive gegen die Schiitenmiliz Hisbollah im südlichen Libanon eingeräumt. Israel wies den Uno-Bericht als "parteiisch" zurück. Man werden Report aber "sorgfältig lesen".
Bei dem 22-tägigen Militäreinsatz waren im Winter mehr als 1400 Palästinenser getötet und etwa 5000 weitere verletzt worden. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen. Mehr als 20.000 Gebäude im Gaza-Streifen wurden bei den heftigen Luft- und Bodenangriffen komplett oder teilweise zerstört.
Aber auch die Palästinenser wurden gerügt: Der Beschuss von israelischen Zivilisten mit Raketen aus dem Gaza-Streifen stelle ebenfalls ein Kriegsverbrechen und womöglich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.
Goldstone hatte zuvor die israelische Weigerung bedauert, mit dem Uno-Team zusammenzuarbeiten. Dies habe die Experten behindert einen glaubwürdigen Bericht zu verfassen.
als/Reuters/dpa
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