New York - Die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat einen führenden Militär-Experten wegen seiner Vorliebe für NS-Erinnerungsstücke vom Dienst suspendiert. Wie die "New York Times" am Dienstag berichtete, ist der Mann nicht nur ein eifriger Sammler von Erinnerungsstücken aus der Nazi-Zeit, sondern hat auch ein Buch über Orden der Hitler-Zeit geschrieben.
Human Rights Watch, eine international arbeitende Organisation mit Sitz in New York, hatte Marc Garlasco zunächst verteidigt. Inzwischen sei der Mitarbeiter bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst freigestellt worden, sagte die stellvertretende HRW-Direktorin Carroll Bogert dem Blatt. "Wir haben Zweifel, ob wir alles wissen, was wir wissen müssen."
Die Vorwürfe waren durch den pro-israelischen Blog "Mere Rhetoric" bekanntgeworden. Er hatte berichtet, Garlasco stelle unter dem Pseudonym Flak88 begeisterte Kommentare auf Sammlerseiten. So soll er etwa geschrieben haben: "Das ist so cool! Diese SS-Lederjacke lässt mein Blut gefrieren, sie ist so COOL!"
Garlasco wollte sich auf Anfrage der "New York Times" nicht zu den Vorwürfen äußern. In der Online-Zeitung "The Huffington Post" erklärte er jedoch, er sei einfach ein "Militärfreak", der durch seinen deutschen Großvater Interesse an der NS-Zeit bekommen habe. "Ich habe mein Hobby nie versteckt, weil nichts Beschämendes daran ist - so seltsam es auch jemandem vorkommen mag, der nicht von Militärgeschichte fasziniert ist", schrieb er.
otr/dpa
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