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18.09.2009
 

Rede zum Jerusalem-Tag

Ahmadinedschad nennt Holocaust ein "Märchen"

Iranischer Präsident Ahmadinedschad (Archivbild): Holocaust-Leugnung auf großer BühneZur Großansicht
DPA

Iranischer Präsident Ahmadinedschad (Archivbild): Holocaust-Leugnung auf großer Bühne

Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat den Holocaust erneut bestritten. Er sei ein "Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit" missbraucht werde, sagte er bei einer Rede zum Jerusalem-Tag. Am Rande der Veranstaltung wurden mehrere Regierungsgegner festgenommen.

Teheran - Irans Staatschef Mahmud Ahmadinedschad hat den Holocaust wieder öffentlich geleugnet. Es handle sich um eine Lüge, die als Vorwand für die Gründung Israels gedient habe. "Es ist eine nationale und religiöse Pflicht, sich dem zionistischen Regime entgegenzustellen", sagte Ahmadinedschad am Freitag an der Teheraner Universität bei einer Rede zum sogenannten Al-Quds-Tag ("Jerusalem-Tag").

Der Holocaust sei "eine falsche Behauptung, ein Märchen, das als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit" missbraucht werde, sagte Ahmadinedschad weiter. Falls die Europäer aber so ein Verbrechen begangen haben sollten, dann sollten sie den Juden auch "in Europa, Amerika oder Kanada" Land schaffen. "Warum sollen die Palästinenser wegen eines Vorfalls leiden, an dem sie nicht beteiligt waren?", fragte der iranische Präsident.

Die Predigt zum "Jerusalem-Tag" hatte das Establishment dem früheren Präsidenten und Ahmadinedschad-Kontrahenten Akbar Haschemi Rafsandschani entzogen. Stattdessen sollte ein Gefolgsmann des Staatschefs, Ahmed Chatami, die religiöse Feier leiten, die auch das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert.

In einem Interview des Nachrichtensenders NBC hatte Ahmadinedschad zuvor den Anspruch seines Landes auf die friedlichen Nutzung der Atomenergie bekräftigt. "Wir brauchen solche Waffen nicht." Explizit ausschließen wollte er die Entwicklung solcher Waffen in Iran für alle Zeit allerdings nicht.

Erstmals wieder Proteste von Regierungsgegnern

Am Rande der Kundgebung kam es im Zentrum von Teheran Augenzeugen zufolge zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Oppositionellen. Dabei sollen mindestens zehn Regierungsgegner festgenommen worden sein. Zehntausende Regierungsanhänger und auch zahlreiche Oppositionelle zogen Agenturberichten auf die Straßen Teherans, um am "Jerusalem-Tag" ihre Solidarität mit den Palästinensern zu zeigen. Es war die erste größere Kundgebung der Opposition seit Mitte Juli.

Mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen wollte das klerikale Regime neue Proteste gegen die Wiederwahl von Ahmadinedschad unterbinden. Aber nicht alle ließen sich von den Milizen und Sicherheitskräften einschüchtern. "Tod dem Diktator" riefen zahlreiche Ahmadinedschad-Gegner im Zentrum der iranischen Hauptstadt. Mit grünen T-Shirts und grünen Armbändern machten sie ihre Haltung deutlich. Fotos von Oppositionsführer Hossein Mussawi waren zu sehen. Auch Mussawi selbst wurde bei der Demonstration erwartet. Eine weit größere Menge war dem Aufruf der Regierung gefolgt und strömte in Richtung Universität, wo Ahmadinedschad vor dem Freitagsgebet seine Ansprache hielt.

Die Opposition um die unterlegenen Kandidaten Mussawi und Mahdi Karubi hält die Wiederwahl von Ahmadinedschad für illegitim. Aus ihrer Sicht wurde der Präsident nur dank Wahlmanipulation im Amt bestätigt. Kurz nach der Wahl war es zu den schwersten Unruhen seit 30 Jahren gekommen. Bei den Protesten kamen nach Angaben der Opposition 72 Menschen ums Leben. Die Behörden sprechen von 36 Toten. Es waren die größten Proteste in Iran seit der islamischen Revolution 1979. Tausende wurden verhaftet, einige Gefangene sollen Oppositionsangaben zufolge gefoltert worden sein.

amz/dpa/AP/Reuters/AFP/ddp

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Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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