ThemaRusslandRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
21.09.2009
 

Raketenstationierung in Kaliningrad

Russischer Top-General widerspricht Vize-Verteidigungsminister

Will Russland nun doch an seinem Verteidigungssystem an der polnischen Grenze festhalten? Vize-Verteidigungsminister Popowkin hatte zugesagt, der Kreml wolle seine Pläne verwerfen, Kurzstreckenraketen in Kaliningrad zu stationieren - der oberste General widerspricht nun öffentlich.

Moskau - Trotz des Verzichts der USA auf einen Raketenschild in Osteuropa hat Russland seine Pläne für ein eigenes Verteidigungssystem an der polnischen Grenze noch nicht verworfen. "Es gab keine derartige Entscheidung. Es sollte eine politische Entscheidung sein. Sie sollte vom Präsidenten getroffen werden", sagte Russlands hochrangigster General, Nikolai Makarow, am Montag. Damit widersprach er dem stellvertretenden Verteidigungsminister Wladimir Popowkin, der am Wochenende erklärt hatte, Russland werde nun keine Abwehrraketen in der Ostsee-Enklave Kaliningrad stationieren.

Die russische Führung hatte mit diesem Schritt gedroht, sollten die USA ihr Vorhaben in Polen und Tschechien umsetzen. Vergangene Woche hatte US-Präsident Obama den Verzicht auf ein landbasiertes Raketenabwehrsystem in Osteuropa angekündigt, was vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew begrüßt wurde.

Generalstabschef Makarow gab nun zu bedenken, dass die Amerikaner das Raketenschutzschild nicht völlig aufgegeben hätten. "Sie haben es durch eine meeresbasierte Version ersetzt." Es gilt als äußerst untypisch, dass sich russische Offizielle in der Öffentlichkeit widersprechen.

Alternative Pläne der USA lehne Russland "völlig ab", sagte Makarow laut Interfax. Die USA hatten mitgeteilt, zwar auf den Aufbau einer Raketenabwehr in Polen und Tschechien zu verzichten. Stattdessen sei in Zukunft die Stationierung einer US-Radaranlage im Kaukasus aber möglich, hieß es. Dazu sagte Makarow, Russland "halte nichts von einem Alleingang der USA" bei der Raketenabwehr. "Es geht um ein globales System, und das sollte man gemeinsam schaffen."

Eine offizielle Stellungnahme des Kremls gibt es bisher nicht. Beobachter gehen aber davon aus, dass sich Medwedew bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama an diesem Mittwoch in New York äußern wird. Der Kremlchef will zudem erreichen, dass die USA mit Russland, der Nato und Europa ein globales Sicherheitssystem aufbauen.

ffr/dpa/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1397 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.01.2010 von ray4901: Das haben Sie

sich selbst zuzuschreiben. Ihre x-fachen Hasstiraden gegen die Liberals im eigenen Land (Sie wissen schon - die "üble Gesundheitsreform") auch gegen den aktuellen, hier hochangesehenen, Päsidenten entsprechen genau [...] mehr...

15.01.2010 von archelys: aus gehöriger Distanz

Eine Spur Abneigung kann ich in dem Beitrag wohl erkennen, aber keinen Hass und auch keine Dummheiten. Weil Sie das alles, was wir hier wahrnehmen, nicht gerne lesen, sage ich Ihnen mal nichts dazu, was ich davon halte, dass [...] mehr...

15.01.2010 von Landegaard:

Ne, Irland. Meine Güte... mehr...

14.01.2010 von Morotti:

Sie können sich ja gerne retten lassen und schon mal üben, schleimige Ergebenheitsadressen zu schreiben. mehr...

14.01.2010 von Michael Schnarch:

Richtig, vor allem was die Produkte von MBB Preussag und Karl Kolb betrifft. http://www.medico.de/kurdakt/halabj3.htm mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Russland

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Die US-Raketenabwehr

Das System

AP
Die geplante Raketenabwehr der USA (Ground-Based Missile Defense, kurz GMD) umfasst die Erfassung, Verfolgung und Zerstörung anfliegender Raketen. Die Wurzeln des Programms reichen zurück bis in die fünfziger und sechziger Jahre, als das US-Militär erste Abfangsysteme gegen anfliegende ballistische Raketen entwickelte. Die ersten Versionen ("Project Nike") besaßen eigene Nuklearsprengköpfe, da sie nicht in der Lage waren, eine feindliche Rakete zu rammen. Die Bemühungen während des Kalten Krieges gipfelten in der von Präsident Ronald Reagan initiierten "Strategic Defense Initiative" (SDI), die auch als "Krieg der Sterne" bekannt und verspottet wurde.

Ursprünglich hat sich die Raketenabwehr ausschließlich gegen nukleare Interkontinentalraketen gerichtet, umfasst aber inzwischen auch Abwehrmaßnahmen gegen Kurz- und Mittelstreckenraketen. Ballistische Raketen, das Hauptziel des Abwehrsystems, sollen entweder in der Startphase, im All oder kurz nach dem Wiedereintritt in die Atmosphäre abgefangen werden.

Raketen-Flugphasen

Kritik






TOP



TOP