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Moskau - Trotz des Verzichts der USA auf einen Raketenschild in Osteuropa hat Russland seine Pläne für ein eigenes Verteidigungssystem an der polnischen Grenze noch nicht verworfen. "Es gab keine derartige Entscheidung. Es sollte eine politische Entscheidung sein. Sie sollte vom Präsidenten getroffen werden", sagte Russlands hochrangigster General, Nikolai Makarow, am Montag. Damit widersprach er dem stellvertretenden Verteidigungsminister Wladimir Popowkin, der am Wochenende erklärt hatte, Russland werde nun keine Abwehrraketen in der Ostsee-Enklave Kaliningrad stationieren.
Generalstabschef Makarow gab nun zu bedenken, dass die Amerikaner das Raketenschutzschild nicht völlig aufgegeben hätten. "Sie haben es durch eine meeresbasierte Version ersetzt." Es gilt als äußerst untypisch, dass sich russische Offizielle in der Öffentlichkeit widersprechen.
Alternative Pläne der USA lehne Russland "völlig ab", sagte Makarow laut Interfax. Die USA hatten mitgeteilt, zwar auf den Aufbau einer Raketenabwehr in Polen und Tschechien zu verzichten. Stattdessen sei in Zukunft die Stationierung einer US-Radaranlage im Kaukasus aber möglich, hieß es. Dazu sagte Makarow, Russland "halte nichts von einem Alleingang der USA" bei der Raketenabwehr. "Es geht um ein globales System, und das sollte man gemeinsam schaffen."
Eine offizielle Stellungnahme des Kremls gibt es bisher nicht. Beobachter gehen aber davon aus, dass sich Medwedew bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama an diesem Mittwoch in New York äußern wird. Der Kremlchef will zudem erreichen, dass die USA mit Russland, der Nato und Europa ein globales Sicherheitssystem aufbauen.
ffr/dpa/Reuters
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