New York/Tripolis - Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi hat sich im Gebäude der Vereinten Nationen in New York mit Graffiti verewigt. Ein Mitglied seiner Delegation berichtete am Mittwoch, Gaddafi, der während der Generaldebatte eine Rede halten wollte, habe kurz nach seiner Ankunft das Uno-Gebäude besichtigt und sich dort den Platz des Vorsitzenden zeigen lassen, der in diesem Jahr turnusgemäß einem libyschen Diplomaten zusteht. Der Staatschef aus Tripolis zog den Angaben zufolge einen Stift aus der Tasche und schrieb in arabischer und englischer Sprache "Wir sind hier" auf den Platz. Für Oberst Gaddafi, der Libyen seit 40 Jahren regiert, ist es die erste Rede vor den Vereinten Nationen.
Der Anwalt der Stadt, Joel Sachs, führte mehrere Verstöße gegen die Grundstücksnutzung zur Begründung für das Einschreiten der Behörden auf. Die Trump-Organisation sagte dem Sender auf Anfrage, dass das Anwesen in der Tat kurzfristig an Geschäftspartner aus dem Nahen Osten vermietet worden war. "Diese könnten eine Verbindung zu Gaddafi haben oder auch nicht", hieß es von Seiten des Unternehmens.
Ursprünglich wollte der libysche Führer sein Zelt in dem New Yorker Vorort Tenafly ( New Jersey) auf dem Anwesen des libyschen Uno-Botschafters aufschlagen. Doch die benachbarte jüdische Religionsschule schlug Alarm und veranlasste die Stadtverwaltung einzuschreiten. Danach habe Gaddafi klein beigegeben und ganz gegen seine Gewohnheit beschlossen, in einer Hotelsuite zu nächtigen. Auch sein Vorhaben, seine Behausung während seines Besuchs im New Yorker Vorort Englewood aufzustellen, scheiterte vergangenen Monat am erbitterten Widerstand der dortigen Bewohner. In der Gemeinde leben mehrere Hinterbliebene der Opfer des Libyen zugeschriebenen Anschlags von Lockerbie im Jahr 1988, bei dem 270 Menschen starben.
anr/dpa/AFP
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