Mittwoch, 10. Februar 2010

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Iranisches Atomprogramm

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25.09.2009
 

Urananreicherung

Iran enthüllt Besitz zweiter Atomfabrik

Mit einem überraschenden Bekenntnis schreckt Teheran den Westen auf. Iran besitzt nach eigenen Angaben eine weitere Anlage zur Urananreicherung. Das hat der Golfstaat Diplomaten zufolge der internationalen Atomenergiebehörde IAEA mitgeteilt - und damit frühere Berichte korrigiert.

New York - Nach Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und AP war die Erklärung über eine zweite Anlage zur Atomanreicherung in einem Brief enthalten, die Iran am Montag an den Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, geschickt habe.

Bislang hat die Regierung in Teheran die Existenz von lediglich einer derartigen Anlage in Natans eingeräumt, deren Urananreicherung von der IAEA ständig überwacht wird. In Natans wird Uran in Zentrifugen angereichert, die auf jahrzehntealter chinesischer Technologie basieren. Allerdings soll Teheran mit moderner Technik experimentiert haben, die eine wesentlich effizientere und schnellere Urananreicherung ermöglichen würde.

Die Enthüllung einer neuen Anreicherungsanlage droht die kommende Woche beginnenden Verhandlungen zwischen dem Iran und der Sechsergruppe zu belasten. Die fünf ständigen Uno-Sicherheitsratsmitglieder und Deutschland wollen Teheran zur Aufgabe seines Urananreicherungsprogramms drängen.

Iran beharrt darauf, dass sein Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken dient. Viele westliche Staaten und Israel vermuten dagegen, dass Teheran nach einer Atomwaffe strebt. Gegen Iran gelten Sanktionen der Vereinten Nationen, weil das Land sich weigert, die Anreicherung auszusetzen und Verdachtsmomente für ein militärisches Atomprogramm auszuräumen.

Unterdessen erwartet der Generalsekretär des iranischen nationalen Sicherheitsrates, Said Dschalili, bei den am 1. Oktober beginnenden Verhandlungen Teherans mit der Weltgemeinschaft Konzessionen der USA und Europas in der Atomfrage. "Jetzt ist der Westen am Zug", sagte Dschalili dem SPIEGEL.

Dschalili machte in dem SPIEGEL-Gespräch deutlich, dass Teheran zwar über die Atomfrage sprechen will, aber nicht, wie gefordert, über die umstrittene Anreicherung von Uran: "Wir werden dieses Recht niemals aufgeben." Drohende verschärfte Sanktionen fürchte seine Regierung nicht.

Dennoch erklärte Dschalili, er fahre "mit Optimismus zu den Verhandlungen, aber wir sind auch Realisten". Gegenüber dem SPIEGEL kritisierte Dschalili die Bundesregierung scharf: "Die Berliner Regierung fördert den Terror", indem sie den exil-iranischen Volksmudschahidin "Stützpunkte in Deutschland" erlaube. Dschalili macht die Regimegegner verantwortlich für Anschläge in Iran.

anr/Reuters/AP

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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm.
Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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