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25.09.2009
 

Zweite Uran-Anreicherungsanlage

Westen warnt Iran vor atomarem Alleingang

G20: Willkommen in Pittsburgh
Fotos
REUTERS

Das Bekenntnis Irans zum Besitz einer zweiten Atomanlage provoziert den Westen: Die USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich fordern Teheran auf, sofort unabhängige Kontrollen zu erlauben. US-Präsident Obama wirft Iran vor, die Anlage jahrelang verheimlicht zu haben.

Pittsburgh - US-Präsident Barack Obama hat in einer Rede beim G-20-Gipfel in Pittsburgh das Regime in Teheran dazu aufgerufen, Experten der internationalen Atomenergiebehörde IAEA unverzüglich Zugang zu den atomaren Anlagen des Landes zu gewähren. Seine Erklärung ist mit Großbritannien und Frankreich abgestimmt.

Obama warf der iranischen Regierung vor, die zweite Anlage zur Urananreicherung jahrelang verheimlicht zu haben. Die Anlage, deren Existenz am Freitag bekannt geworden war, schüre "wachsende Besorgnis" über das umstrittene Atomprogramm des Golfstaats und lege nahe, dass Iran "seinen Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft nicht nachkomme". Obama sagte, Iran breche Regeln, die alle Staaten zu befolgen hätten und gefährde damit das Ziel einer atomwaffenfreien Welt.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown bekräftigten die Aufforderungen Obamas. Sarkozy nannte eine Frist bis Dezember, um schärfere Sanktionen noch abzuwenden. Brown sagte, die Welt sei "schockiert und erzürnt" über die Enthüllungen, wonach Teheran eine bislang geheimgehaltene zweite Fabrik zur Urananreicherung gebaut habe.

"Deutschland sehr besorgt"

Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss sich dem Appell von Obama, Brown und Sarkozy an und forderte Iran zur sofortigen Aufklärung auf. "Deutschland ist darüber sehr besorgt, genauso wie Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Merkel am Rande des G-20-Gipfels. "Wir fordern Iran auf, der Internationalen Atomenergiebehörde alle Informationen schnellstmöglich zukommen zu lassen." Der Bau sei ein Verstoß gegen die Auflagen der Behörde und der Vereinten Nationen. Iran müsse auf die Vorschläge eingehen, die ihm zur Beendigung seines Nuklearprogramms vorgelegt worden seien.

Wenige Tage vor den geplanten Atomgesprächen der Weltgemeinschaft mit Iran hatte Teheran den Bau einer zweiten Urananreicherungsanlage zugegeben. Bislang war offiziell nur bekannt, dass Iran eine erste Anlage zur Anreicherung von Uran in Natans betreibt. Nachdem Iran herausgefunden habe, dass die zweite Anlage den westlichen Geheimdiensten bekannt ist, habe Teheran in einem Brief an die IAEA deren Existenz zugegeben, sagten Diplomaten am Freitag.

Die Sechsergruppe - die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland - will Teheran zur Aufgabe seines Urananreicherungsprogramms drängen. Die Verhandlungen sollen kommende Woche nach einer Unterbrechung von mehr als einem halben Jahr wiederaufgenommen werden. Iran beharrt darauf, dass sein Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken dient. Viele westliche Staaten und Israel vermuten dagegen, dass Teheran nach einer Atomwaffe strebt.

Einzelheiten über den Standort und über dort eingesetzte Technologien stehen nach AP-Informationen nicht in dem Brief an den IAEA-Chef Mohammed ElBaradei. Ein Diplomat mit Zugang zu dem Dossier sagte, die neue Anlage stehe rund 160 Kilometer südwestlich von Teheran. Dort seien 3000 Zentrifugen installiert, die im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden könnten. In Natans wird Uran in Zentrifugen angereichert, die auf jahrzehntealter chinesischer Technologie basieren. Allerdings soll Teheran mit moderner Technik experimentiert haben, die eine wesentlich effizientere und schnellere Urananreicherung ermöglichen würde.

In dem Brief aus Teheran stehe auch, dass die neue Anlage Uran nur bis zu einem Grad von fünf Prozent anreichere, was für eine zivile Nutzung ausreiche, aber nicht auf die Schwelle von mindestens 90 Prozent komme, die für den Bau einer Atombombe benötigt werde, sagte ein IAEA-Sprecher.

amz/Reuters/AP

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Die neuesten Beiträge:
15.12.2009 von sayada.b.: ???

Naja, so ganz genau weiß es ja halt niemand von uns, oder? Aber egal, wäre der Westen nicht froh, wenn die Truppen des A. keine A-Waffen hätten/wollten usw.? Geht es nicht darum??? Oder ist das nur der vorgeschobene Grund? [...] mehr...

15.12.2009 von BillBrook:

Welches "Atomwaffenforschungsprogramm" wurde eingestellt? Das das es nie gegeben hat? mehr...

15.12.2009 von mbockstette: Nur Ihre Widersprüche sind ein offenes Geheimnis

Die nachfolgend aufgeführten zwei Beiträge von Ihnen neusten Datums sind keine Fälschungen, nicht wahr? Zitat von Indogermane_HS Fakt ist: Neben den Christen, Juden, Hindus, Buddhisten und sunnitischen Moslems (siehe [...] mehr...

15.12.2009 von Indogermane_HS:

Auch angeblich "vertrauliche iranische Dokumente" lassen sich sehr gut fälschen... Man sollte (auch im eigenen Interesse) besser den 12 US-amerikanischen Geheimdiensten vertrauen, die in ihrem NIE [...] mehr...

15.12.2009 von sayada.b.: Alle Geduld hat bekanntlich ein Ende, ...

... aber was folgt? Ein Angriff??? Auch nach 7 Jahren sollte man vielleicht noch ein wenig Geduld übrig haben und nun investieren! Wenn es nur den Ahmad erwischen würde (und seine engsten Helfershelfer) - okay, dann [...] mehr...

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Irans Atomprogramm

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Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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