ThemaAfghanistan-KriegRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
27.09.2009
 

Kämpfe am Hindukusch

August war tödlichster Monat für Zivilisten in Afghanistan

Die Sicherheitslage am Hindukusch verschlechtert sich, noch nie sind in diesem Jahr in Afghanistan binnen Monatsfrist so viele Zivilisten gestorben wie im August. Zahlreiche Anschläge während der Wahl forderten einen hohen Blutzoll.

Kabul - Es sind erschreckende Zahlen. Einem Uno-Bericht zufolge starben im August 2009 so viele Zivilisten in Afghanistan wie in keinem anderen Monat des Jahres 2009, wie CNN meldet. Die genaue Opferzahl wurde bislang nicht veröffentlicht, insgesamt seien 2009 bereits 1500 Unbeteiligte am Hindukusch den Kriegshandlungen zum Opfer gefallen, hieß es in dem Schriftstück: "Die Zahlen spiegeln eine zunehmende Unsicherheit in den vergangenen Monaten wider."

Der Bericht stellt einen Zusammenhang zwischen der hohen Zahl ziviler Opfer und den afghanischen Wahlen am 20. August her. Fast 70 Prozent der Toten gingen auf das Konto der Aufständischen, mehr als 20 Prozent seien von Regierungstruppen sowie deren Verbündeten verursacht worden. Erst vor drei Wochen hatte ein deutscher Bundeswehr-Oberst zwei Tanklastzüge nahe Kunduz bombardieren lassen. Dabei waren auch Zivilisten gestorben.

Bei einem Anschlag in der westafghanischen Provinz Herat sind am Sonntag mindestens vier Menschen getötet worden. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Der Anschlag habe Energieminister Ismail Chan und seiner Delegation gegolten, die sich in der Nähe einer Mädchenschule auf der Hauptstraße zum Flughafen von Herat befand, hieß es. 17 Menschen seien verletzt worden. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Anschlag sei von seiner Organisation ausgeführt worden.

Isaf-Kommandeur will mehr Truppen

Der Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal hat unterdessen formell um die Aufstockung der Truppen in Afghanistan gebeten. Er habe seinen lange erwarteten Antrag persönlich dem Generalstabschef im Streitkräfteausschuss des US-Senats, Mike Mullen, und dem Nato-Oberkommandeur Admiral James Stavridis übergeben, sagte McChrystals Sprecher Tadd Sholtis. Dies sei am Ende eines gemeinsamen Treffens geschehen.

Bereits Anfang der Woche hatte McChrystal erklärt, dass der Krieg in Afghanistan nur mit mehr Truppen und einem radikalen Strategiewechsel zu gewinnen sei. Derzeit sind am Hindukusch 100.000 Soldaten stationiert, darunter 63.000 Amerikaner. Bisher ist nicht bekannt, wie viele zusätzliche Streitkräfte der Isaf-Kommandeur einfordert. Experten gehen von etwa 30.000 aus.

US-Präsident Barack Obama will erst nach einer Überarbeitung der Strategie für Afghanistan über die Entsendung zusätzlicher Soldaten entscheiden. Die Situation in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, die internationalen Truppen erleben bisher ihr schlimmstes Jahr.

jdl/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 5036 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
02.11.2009 von lupenrein:

Die FAZ schreibt heute, dass Karzai sogar nur auf westlichen Druck zum Sieger eklärt wurde. Das ist noch die Steigerung von 'wahrer Demokratie'. mehr...

02.11.2009 von reinhard_m: Einfach vorbildlich - Der Westen zeigt wie's geht

Das ist wahre Demokratie. Dafür opfern wir gerne unser Geld und das Leben unserer Soldaten. Diese Art von gelebter Demokratie wird sicher auch noch den letzten Afghanen von der guten Sache überzeugen. mehr...

02.11.2009 von lupenrein:

Karzai ist jetzt auch von den USA als rechtmäßiger Präsident anerkannt. Wem soll man da gratulieren , den USA oder Karzai ? Eine filmreife Komödie. mehr...

02.11.2009 von Michael Schnarch:

Na und? Es sind Blätter mit Kleinstauflagen, das erstere sogar antizionistisch. Wenn deren Leser das so wollen, warum nicht? mehr...

02.11.2009 von raka:

Nach meiner Erinnerung hat der Westen die damalige Regierung von Afghanistan (Taliban) nach einem Ultimatum aus dem Amt gebombt. Also war das eine Kriegshandlung zwischen zwei Staaten (obwohl faktisch sehr einseitig zu Lasten [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Afghanistan-Krieg

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Die Positionen der Parteien zum Afghanistan-Einsatz

CDU/CSU: Abzugsdatum offen lassen

Die Union will die Gefahr bannen, dass "Instabilität und Terror" von Afghanistan aus auch auf Deutschland ausstrahlen. Mit Blick auf den deutschen Einsatz betont die Union, dass militärische Sicherheit und ziviler Aufbau voneinander abhängig seien. "Ohne Sicherheitspräsenz ist kein Wiederaufbau, ohne Erfolge beim Wiederaufbau keine Reduzierung der Sicherheitspräsenz möglich." CDU und CSU wollen den Afghanistan-Einsatz zeitlich nicht konkret begrenzen. Sie machen vielmehr "tragfähige staatliche Strukturen" zur Voraussetzung für eine "spätere Reduzierung und schließlich zur Beendigung" des militärischen Engagements. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte im September 2009 aber eine deutliche Verbesserung der Lage bis zum Jahr 2014.

SPD: In zehn Schritten zum Abzug

FDP: "Mehr Tempo"

Grüne: Strategiewechsel zu mehr zivilem Engagement

Linke: Soldaten raus aus Afghanistan


Karzai und Afghanistan

Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren

Hamid Karzai

Präsidentschaftswahlen

Isaf-Einsatz

Probleme in Afghanistan

Opium-Wirtschaft

Afghanistan-Krieg





TOP



TOP