Kabul - Es sind erschreckende Zahlen. Einem Uno-Bericht zufolge starben im August 2009 so viele Zivilisten in Afghanistan wie in keinem anderen Monat des Jahres 2009, wie CNN meldet. Die genaue Opferzahl wurde bislang nicht veröffentlicht, insgesamt seien 2009 bereits 1500 Unbeteiligte am Hindukusch den Kriegshandlungen zum Opfer gefallen, hieß es in dem Schriftstück: "Die Zahlen spiegeln eine zunehmende Unsicherheit in den vergangenen Monaten wider."
Der Bericht stellt einen Zusammenhang zwischen der hohen Zahl ziviler Opfer und den afghanischen Wahlen am 20. August her. Fast 70 Prozent der Toten gingen auf das Konto der Aufständischen, mehr als 20 Prozent seien von Regierungstruppen sowie deren Verbündeten verursacht worden. Erst vor drei Wochen hatte ein deutscher Bundeswehr-Oberst zwei Tanklastzüge nahe Kunduz bombardieren lassen. Dabei waren auch Zivilisten gestorben.
Bei einem Anschlag in der westafghanischen Provinz Herat sind am Sonntag mindestens vier Menschen getötet worden. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Der Anschlag habe Energieminister Ismail Chan und seiner Delegation gegolten, die sich in der Nähe einer Mädchenschule auf der Hauptstraße zum Flughafen von Herat befand, hieß es. 17 Menschen seien verletzt worden. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Anschlag sei von seiner Organisation ausgeführt worden.
Isaf-Kommandeur will mehr Truppen
Der Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal hat unterdessen formell um die Aufstockung der Truppen in Afghanistan gebeten. Er habe seinen lange erwarteten Antrag persönlich dem Generalstabschef im Streitkräfteausschuss des US-Senats, Mike Mullen, und dem Nato-Oberkommandeur Admiral James Stavridis übergeben, sagte McChrystals Sprecher Tadd Sholtis. Dies sei am Ende eines gemeinsamen Treffens geschehen.
Bereits Anfang der Woche hatte McChrystal erklärt, dass der Krieg in Afghanistan nur mit mehr Truppen und einem radikalen Strategiewechsel zu gewinnen sei. Derzeit sind am Hindukusch 100.000 Soldaten stationiert, darunter 63.000 Amerikaner. Bisher ist nicht bekannt, wie viele zusätzliche Streitkräfte der Isaf-Kommandeur einfordert. Experten gehen von etwa 30.000 aus.
US-Präsident Barack Obama will erst nach einer Überarbeitung der Strategie für Afghanistan über die Entsendung zusätzlicher Soldaten entscheiden. Die Situation in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, die internationalen Truppen erleben bisher ihr schlimmstes Jahr.
jdl/Reuters
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Die FAZ schreibt heute, dass Karzai sogar nur auf westlichen Druck zum Sieger eklärt wurde. Das ist noch die Steigerung von 'wahrer Demokratie'. mehr...
Das ist wahre Demokratie. Dafür opfern wir gerne unser Geld und das Leben unserer Soldaten. Diese Art von gelebter Demokratie wird sicher auch noch den letzten Afghanen von der guten Sache überzeugen. mehr...
Karzai ist jetzt auch von den USA als rechtmäßiger Präsident anerkannt. Wem soll man da gratulieren , den USA oder Karzai ? Eine filmreife Komödie. mehr...
Na und? Es sind Blätter mit Kleinstauflagen, das erstere sogar antizionistisch. Wenn deren Leser das so wollen, warum nicht? mehr...
Nach meiner Erinnerung hat der Westen die damalige Regierung von Afghanistan (Taliban) nach einem Ultimatum aus dem Amt gebombt. Also war das eine Kriegshandlung zwischen zwei Staaten (obwohl faktisch sehr einseitig zu Lasten [...] mehr...
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