Mittwoch, 10. Februar 2010

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Muammar al-Gaddafi

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27.09.2009
 

Lateinamerika-Afrika-Gipfel

Gaddafi plant "Nato des Südens"

REUTERS

Muammar al-Gaddafi attackiert erneut die USA und Europa. Libyens Staatschef hat die Gründung eines Nato-Gegengewichts gefordert, schon 2011 soll das Bündnis stehen. "Sie haben uns wie Tiere behandelt", drohte der Revolutionsführer dem Westen, "jetzt müssen wir kämpfen."

Porlamar - Muammar al-Gaddafi sorgt einmal mehr mit seinen politischen Plänen für Aufsehen: Afrika und Lateinamerika müssten eine "Nato des Südens" gründen, verlangte der libysche Staatschef am Samstag zum Auftakt des zweiten Lateinamerika-Afrika-Gipfels in Porlamar in Venezuela.

Gaddafi sagte, die Welt bestehe nicht nur aus den fünf Ländern im Uno-Sicherheitsrat. "Die Weltmächte wollen weiter an ihrer Macht festhalten. Als sie die Gelegenheit hatten, uns zu helfen, haben sie uns wie Tiere behandelt, unser Land zerstört. Jetzt müssen wir kämpfen, um unsere eigene Macht zu errichten."

Während Nordamerika in allen Bereichen mit Europa verbunden sei, klaffe zwischen den Kontinenten im Südatlantik ein Loch, so Gaddafi. Als Zeitpunkt für die Gründung einer strategischen Militärallianz als Gegengewicht zur Nato sei das Jahr 2011 realistisch. Die "Nato des Südens" solle jedoch "keine kriegshetzerische Aktion sein", sagte Libyens Revolutionsführer.

"Neues globales Gleichgewicht"

Gaddafi hatte kurz zuvor gemeinsam mit Venezuelas Präsident Hugo Chávez den zweitägigen Lateinamerika-Afrika-Gipfel auf der Insel Margarita eröffnet. Dabei sprachen beide von einem "neuen globalen Gleichgewicht", das künftig auch Lateinamerika und Afrika als Akteure einschließe. Das 21. Jahrhundert sei "multipolar", keiner werde mehr von einer bipolaren Welt sprechen, sagte Chávez: "Afrika wird ein wichtiger geografischer, wirtschaftlicher und sozialer Pol. Und Südamerika wird das auch sein."

Die Länder Südamerikas hätten sich darauf verständigt, eine vom Internationalen Währungsfonds (IWF) unabhängige eigene regionale Entwicklungsbank zu gründen, so Chávez. Diese Banco del Sur solle zunächst mit 20 Milliarden Dollar ausgestattet werden. "Lula, jetzt müssen wir das Geld finden", wandte sich Chávez anschließend scherzend an Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva.

Bei dem Treffen, zu dem 30 Staats- und Regierungschefs beider Regionen angereist waren, sollen unter anderem Abkommen zu Gesundheit, Tourismus und Energie unterzeichnet werden. Der erste Gipfel hatte vor drei Jahren im nigerianischen Abuja stattgefunden.

jdl/Reuters/AFP

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