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30.09.2009
 

Britische Luftwaffe

Afghanisches Mädchen beim Abwurf von Flugblättern tödlich getroffen

Das britische Verteidigungsministerium spricht von einem "tragischen Vorfall": Als ein Militärflugzeug Handzettel in Afghanistan abwarf, öffnete sich ein Karton nicht wie vorgesehen in der Luft. Beim Aufprall traf er ein afghanisches Mädchen - das an den Folgen seiner Verletzungen starb.

London - 14 bis 18 Kilogramm wiegen die Kartons mit Flugblättern, die britische Militärflugzeuge über dem Süden Afghanistans abwerfen, berichtet die englische Zeitung "Telegraph". Die Kisten sollen in der Luft aufbrechen, um die Zettel zu verstreuen. Am 23. Juni jedoch öffnete sich ein Karton nicht - und verletzte beim ungebremsten Aufprall ein afghanisches Mädchen schwer.

Trotz Rettungsversuchen in einem Krankenhaus in Kandahar starb das Kind an den Folgen seiner Verletzungen. Das britische Verteidigungsministerium sagte laut BBC, man bedaure den "tragischen Vorfall" und habe eine umfassende Untersuchung angeordnet.

Vertreter aus dem Verteidigungsministerium sagten laut "Times", es sei unglücklich gewesen, dass das Mädchen in einem örtlichen Krankenhaus versorgt wurde. "Normalerweise werden Zivilisten, die zum Beispiel in einem Kreuzfeuer verletzt werden, von Soldaten zu dem britischen Feldkrankenhaus in Camp Bastion gebracht, wo sie die bestmögliche Versorgung erhalten", zitiert das Blatt diese Quellen.

Vom Fall des jungen Mädchens habe man erst nach ihrem Tod erfahren. "Wenn ihre Familie eine Entschädigung fordert, werden wir darüber nachdenken", sagte ein britischer Beamter laut "Times". Britischen Medienberichten zufolge wurden die Flugblätter in einem ländlichen Gebiet der Provinz Helmand abgeworfen. Großbritannien hat 9000 Soldaten in Afghanistan, die meisten davon in Helmand.

Es handelt sich offenbar um den ersten bekannten Fall dieser Art. Die ausländischen Truppen in Afghanistan werfen regelmäßig Handzettel aus Flugzeugen ab, um die Bevölkerung mit Informationen oder Warnungen, etwa über Minen, zu versorgen und den Taliban nicht die Meinungshoheit zu überlassen.

Das britische Verteidigungsministerium wollte keine Stellung dazu nehmen, welche Art von Flugblatt verteilt werden sollte. Da der Unfall sich vor den Präsidentschaftswahlen am 20. August ereignete, könnte es sich um Informationen über Wahllokale gehandelt haben, spekulieren britische Medien.

Einem Uno-Bericht zufolge starben im August so viele Zivilisten in Afghanistan wie in keinem anderen Monatdes Jahres 2009. Das Papier stellt einen Zusammenhang zwischen der hohen Zahl ziviler Opfer und den afghanischen Wahlen her.

Tote unter der Zivilbevölkerung in Afghanistan sind inzwischen ein äußerst sensibles Thema unter den Verbündeten. US-Kommandeur Stanley McChrystal hat den Schutz der Bevölkerung vor Angriffen der Isaf- und US-Truppen als Voraussetzung für eine Wende in dem Konflikt bezeichnet.

kgp/Reuters

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02.11.2009 von lupenrein:

Die FAZ schreibt heute, dass Karzai sogar nur auf westlichen Druck zum Sieger eklärt wurde. Das ist noch die Steigerung von 'wahrer Demokratie'. mehr...

02.11.2009 von reinhard_m: Einfach vorbildlich - Der Westen zeigt wie's geht

Das ist wahre Demokratie. Dafür opfern wir gerne unser Geld und das Leben unserer Soldaten. Diese Art von gelebter Demokratie wird sicher auch noch den letzten Afghanen von der guten Sache überzeugen. mehr...

02.11.2009 von lupenrein:

Karzai ist jetzt auch von den USA als rechtmäßiger Präsident anerkannt. Wem soll man da gratulieren , den USA oder Karzai ? Eine filmreife Komödie. mehr...

02.11.2009 von Michael Schnarch:

Na und? Es sind Blätter mit Kleinstauflagen, das erstere sogar antizionistisch. Wenn deren Leser das so wollen, warum nicht? mehr...

02.11.2009 von raka:

Nach meiner Erinnerung hat der Westen die damalige Regierung von Afghanistan (Taliban) nach einem Ultimatum aus dem Amt gebombt. Also war das eine Kriegshandlung zwischen zwei Staaten (obwohl faktisch sehr einseitig zu Lasten [...] mehr...

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