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05.10.2009
 

Sanktionsdrohung

US-Senatoren wollen Iran auf Anti-Atomkurs zwingen

Anlage zur Uran-Anreichung in Natans: "Den Worten Taten folgen lassen"Zur Großansicht
dpa

Anlage zur Uran-Anreichung in Natans: "Den Worten Taten folgen lassen"

Iran will seine zweite Atomanlage für Kontrollen öffnen - trotzdem fordern US-Senatoren einen harten Kurs gegen das Regime: Demokraten und Republikaner drängen auf neue Sanktionen, weil das Land einem Bericht zufolge fähig sein soll, Kernwaffen zu bauen.

Washington - Führende US-Senatoren fordern einen verschärften Kurs gegen Iran. "Wir brauchen harte Sanktionen, und wir brauchen sie jetzt", sagte der demokratische Senator Evan Bayh am Sonntag in der TV-Sendung "Fox News Sunday". Iran werde bald eine Atomwaffe haben, sollte nicht schnell etwas unternommen werden. Zwar sei der Dialog mit Iran wichtig, das Land müsse aber beim Wort genommen werden. Was zähle sei letztendlich nicht, was Iran sage, sondern was der Staat tue.

Sein republikanischer Kollege Lindsey Graham sagte, der US-Kongress müsse es US-Präsident Barack Obama ermöglichen, "hart zu sein und den Worten Taten folgen zu lassen". Der Senator Saxby Chamliss, ebenfalls ein Republikaner, sagte, die Gespräche mit Iran wären erfolgversprechender, wenn dem Land zuvor neue Sanktionen auferlegt würden.

In einem am Wochenende in der "New York Times" bekanntgewordenen Bericht heißt es, Teheran habe genügend Informationen für die Entwicklung und den Bau einer funktionierenden Atombombe. Ziel sei die Entwicklung einer atomaren Sprengladung für Shahab-3-Raketen - diese können den Nahen Osten oder Teile Europas erreichen. Der Expertenbericht betone aber, dass die Schlussfolgerungen provisorisch seien und weiterer Bestätigung durch Beweise bedürften. Die Hinweise stammten von Geheimdiensten und IAEA-Untersuchungen. IAEA-Chef Mohammed ElBaradei dementierte die Existenz des Papiers.

Auch der Sicherheitsberater der US-Regierung, Jim Jones, zweifelte an einem solchen Bericht. "Ich denke, es gibt in beide Richtungen viele Spekulationen", sagte Jones. Er setze auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen mit Teheran. "Was sich in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit Iran getan hat, ist sehr bedeutsam."

Ob Iran zum Bau einer Atombombe fähig sei oder nicht, könne lediglich vermutet werden, sagte Jones. Die USA würden allerdings die "Absichten" Irans beobachten, und diese seien in der Tat besorgniserregend. Die Frage, ob Iran dem Bau einer Atomwaffe vielleicht näher stehe als bislang angekommen, verneinte Jones. Die USA würden sich in dieser Frage an bereits veröffentlichte Berichte halten.

IAEA: "Auf dem richtigen Weg"

Iran hatte am Sonntag weitgehende Zugeständnisse im Atomstreit gemacht. Unter anderem lässt das Regime nun Inspektionen in seiner neuen Uran-Anreicherungsanlage nahe der Stadt Ghom zu. Die Existenz der Anlage war wenige Tage vor Beginn der Atomgespräche in Genf bekanntgeworden und wurde international scharf kritisiert. Das Gelände werde am 25. Oktober kontrolliert, kündigte ElBaradei an. Der IAEA-Chef hatte sein Treffen mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad positiv bewertet: "Wir befinden uns in einer kritischen Phase, aber ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Ahmadinedschad erklärte: "Dank der Kooperation zwischen Iran und der IAEA sind die Zweideutigkeiten ausgeräumt."

Mit den Zugeständnissen erfüllt das Regime zwei zentrale Forderungen der Weltgemeinschaft, die befürchtet, Teheran könnte hoch angereichertes Uran zum Bau von Atombomben abzweigen. Der Weltsicherheitsrat hat allerdings in seinen bisherigen Resolutionen gefordert, Iran müsse ganz auf sein umstrittenes Uran-Anreicherungsprogramm verzichten.

Teheran beteuert seit Jahren, das angereicherte Uran allein zur Energiegewinnung nutzen zu wollen. Die Gespräche Irans mit Vertretern der Vetomächte im Weltsicherheitsrat plus Deutschlands sollen noch in diesem Monat fortgesetzt werden.

amz/dpa/Reuters/AP/AFP

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29.11.2009 von syramon:

Es reicht zu sehen, wie die Palästinenser in Ghettos leben, da täschen auch keine gefälschten Papiere und Photos drüber hinweg. mehr...

29.11.2009 von Michael Schnarch:

Warum will er dann *alle* Juden aus isarel deportieren? mehr...

29.11.2009 von mbockstette:

Das wäre dann das erste Mal, dass ich mich über eine "Öde" freuen würde und zwar sehr. mehr...

29.11.2009 von kosmopolitaner:

Unsinn? Zeigen Sie mir doch die Resolutionen, worin Saddam wegen Chemiewaffeneinsatz gegen den Iran und Kurden Konsequenzen zu fürchten hatte. Das wurde doch solange totgeschwiegen, bis es zum Himmel stank! mehr...

29.11.2009 von FaripiY:

jetzt sagen Sie aber nicht, den Iran nuklear einzuäschern. Denn solche Pläne existieren nämlich nicht. mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

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Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung


Republik Iran

Land

REUTERS
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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Chronik

Aufstieg von Mohammed Resa

AFP
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.

Ajatollah Chomeini und die islamische Revolution

Phase der Islamisierung

Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad




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