Mittwoch, 10. Februar 2010

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09.10.2009
 

Afghanistan

US-Regierung prüft Zusammenarbeit mit Taliban

Barack Obama und Hillary Clinton: Nachdenken über einen Strategiewechsel
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REUTERS

Barack Obama und Hillary Clinton: Nachdenken über einen Strategiewechsel

Die Regierung von US-Präsident Obama steht möglicherweise vor einem Wechsel ihrer Afghanistan-Politik: Außenministerin Clinton denkt über eine Zusammenarbeit mit den Taliban nach. Das könnte auch das Aus für die von Militärs geforderte Truppenaufstockung am Hindukusch bedeuten.

Washington - Die Regierung von US-Präsident Barack Obama prüft bei ihrer Kursbestimmung für den Einsatz in Afghanistan auch eine Zusammenarbeit mit gemäßigten Taliban. Damit die Regierung eine "kluge" Entscheidung für das weitere Engagement am Hindukusch treffen könne, würden "alle möglichen Ansätze" überprüft, sagte Außenministerin Hillary Clinton am Donnerstag in Washington. Dazu gehöre auch eine mögliche Kooperation mit gemäßigten Anhängern der Taliban.

Das Weiße Haus erklärte am Donnerstag, dass die Taliban eine geringere Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellten als das radikalislamische Terrornetzwerk al-Qaida. Dies nährte Spekulationen, Obama könnte sich gegen eine Aufstockung der US-Truppen entscheiden. Der US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, General Stanley McChrystal fordert die Entsendung von 40.000 zusätzlichen Soldaten, da der Krieg sonst binnen einen Jahres verloren gehen könnte.

Sicherheitsrat fordert Ausweitung des Nato-Einsatzes

Parallel zu den Überlegungen in Washington hat der Uno-Sicherheitsrat in New York eine Ausweitung des Nato-Einsatzes in Afghanistan gefordert. In einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution forderte das Gremium die Mitgliedsstaaten des Bündnisses auf, "Personal, Ausrüstung und andere Ressourcen" beizusteuern, damit die internationalen Truppen "alle operationellen Aufgaben" erfüllen könnten. Zugleich verlängerte der Sicherheitsrat den Isaf-Einsatz um ein Jahr.

Die von Japan verfasste und einstimmig verabschiedete Resolution 1890 betont ausdrücklich die "Notwendigkeit", die Nato-geführten Isaf-Truppen am Hindukusch zu stärken. Konkrete Angaben dazu, inwieweit das Engagement personell und materiell ausgeweitet werden soll, macht der Sicherheitsrat darin jedoch nicht. Den Einsatz der mehr als 67.000 Mann starken Isaf-Truppen verlängerten die 15 Mitglieder des Gremiums bis zum 13. Oktober 2010.

In der Resolution bringt der Sicherheitsrat seine "starke Besorgnis" über die Sicherheitslage in Afghanistan zum Ausdruck. Er verurteilt darin den Anstieg der Gewalttaten durch Anhänger der radikalislamischen Taliban und der al-Qaida und zeigt sich besorgt über die hohe Zahl ziviler Opfer. Es sei wichtig, dass der "funktionelle Charakter, die Professionalität und das Verantwortungsbewusstsein" der afghanischen Sicherheit gestärkt werde, heißt es in dem Dokument.

Die Resolution unterstreiche "den Umfang an internationaler Unterstützung", die für die internationalen Bestrebungen in Afghanistan nötig seien, sagte der britische Uno-Botschafter John Sawers. Insgesamt sind rund 100.000 Nato- und US-Soldaten in Afghanistan stationiert, die dort derzeit gegen den schwersten Anstieg von Gewalt seit dem US-geführten Einmarsch im Jahr 2001 kämpfen.

ler/AFP

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