Rom - Der Zorn des italienischen Ministerpräsidenten über die Aufhebung seiner Immunität ist noch immer nicht verflogen. "Ich bin die am meisten von der Justiz verfolgte Person aller Zeiten und in der ganzen Welt", klagte Silvio Berlusconi am Freitag in Rom.
Der Regierungschef sieht sich als Opfer einer Verschwörung seiner politischen Gegner und linker Richter. Er habe mehr als 2500 Anhörungen und 106 Verfahren erdulden müssen. Über 200 Millionen Euro habe er für Berater und Anwälte ausgegeben.
Die gegen ihn anstehenden Strafverfahren, mit deren rascher Wiederaufnahme er nun rechnen muss, bezeichnete Berlusconi als "Farce" und kritisierte erneut die Entscheidung vom Mittwoch, das 2008 erlassene Immunitätsgesetz zu kippen. Das Verfahren gegen Berlusconi war ausgesetzt, weil noch ein Immunitätsgesetz in Kraft war, das erst am Mittwoch von den Obersten Richtern des Landes für verfassungswidrig erklärt wurde.
In seinem Zorn über die Entscheidung der obersten Richter Italiens vom Mittwoch ließ er sich auch in einer Fernsehshow zu einer sexistischen Bemerkung über eine Politikerin der Linken, Rosy Bindi, hinreißen. Sie sei schon immer vor allem schön und weniger intelligent gewesen, sagte er der 58-Jährigen. Diese konterte in Anspielung auf die Sexaffären Berlusconis und seine Vorliebe für junge Frauen, sie gehöre nicht zu den Frauen, die ihm zur Verfügung stünden.
In Mailand begann unterdessen für den in einem Korruptionsprozess gegen den Berlusconi verurteilten britischen Anwalt David Mills das Berufungsverfahren. In dem Prozess wird Berlusconi vorgeworfen, Mills 1997 mit 600.000 Dollar bestochen zu haben, damit dieser ihn in zwei anderen Prozessen entlaste. Beide haben die Vorwürfe zurückgewiesen, Mills wurde aber im Februar zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Berlusconis Anwalt Niccolò Ghedini erklärte, der Ministerpräsident stehe zur Verfügung, falls das Gericht seine Aussage zulasse.
cte/AFP/AP
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Endlich mal einer der nicht alles nachplappert was die ausländischen Medien über Berlusconi schreiben. Die meisten wissen nähmlich gar nicht dass in Italien ein Medienkrieg zwischen Murcoch und Berlusconi herscht. Murdoch [...] mehr...
Wenn sich ein Herr B. auf Kosten seiner Partei und die seiner Alliierten die "Demonstranten" nach Rom, in 3000 Bussen, Fährenm und Charterflügen herankarren läßt, ist das ein Zeichen von politischer Schwäche. Seine [...] mehr...
Eine Mio? Wer sagt das? Sie? Silvo Berlusconi ad personam? Wenn man einen Vergleich der Bilder zieht, als auf dem gleichen Platz nach Angaben 650.000 Demonstranten waren und die Aufnahmen von gestern, kann man eindeutig sehen, [...] mehr...
solange wir uns einen westerwelle leisten, sollten wir mit solchen äusserungen zurückhaltender sein. so einen riesenunterschied sehe ich da nicht. mehr...
Was wissen wir denn schon tatsächlich? Bis auf diejenigen, die sich tatsächlich vor Ort informieren können, sind wir doch für gewöhnlich auf das angewiesen, was uns die im wesentlichen gleichgeschalteten hiesigen Medien als wahr [...] mehr...
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