Teheran - In Iran sind nach den Protesten gegen die umstrittene Präsidentenwahl drei Regimegegner zum Tode verurteilt worden. Das berichtete am Samstag die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur ISNA unter Berufung auf einen Justizsprecher.
Zwei wurden demnach der Mitgliedschaft in einer monarchistischen Gruppe schuldig gesprochen, die den Sturz der Republik zum Ziel habe. Der dritte Angeklagte sei wegen Verbindungen zu Terroristen verurteilt worden. ISNA zufolge sind alle drei Todesurteile noch nicht rechtskräftig, die Verteidiger könnten Rechtsmittel dagegen einlegen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International äußerte die Befürchtung, dass es in Iran eine Welle von Todesurteilen nach den Massenprotesten in der Folge von Mahmud Ahmadinedschads Wiederwahl ins Präsidentenamt geben könnte. Mehr als 4000 Demonstranten waren festgenommen worden, rund hundert sind noch in Haft und stehen seit August vor Gericht.
Nach der Präsidentenwahl im Juni waren die schwersten Unruhen seit der Islamischen Revolution 1979 ausgebrochen. Hunderttausende Regimekritiker waren trotz Verbots wiederholt auf die Straße gegangen, die Opposition warf der Regierung Wahlfälschung vor. Bei Tumulten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften waren zahlreiche Menschen getötet worden.
can/dpa/AP/Reuters
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