Washington - Die Taliban verfügen nach Angaben aus dem US-Finanzministerium über weitaus mehr finanzielle Mittel als das Terrornetzwerk al-Qaida. Sie verfügten über eine breite Palette krimineller Aktivitäten, um Anschläge auf ausländische Truppen in Afghanistan finanzieren zu können, sagte der für Terrorfinanzierung zuständige Abteilungsleiter David Cohen in Washington.
So werde Geld von Bauern und Drogenhändlern erpresst, außerdem forderten die Taliban Schutzgelder von Geschäftsleuten. Ein Teil des Geldes gelange auch über Afghanistan hinaus ins weltweite Finanzsystem.
Cohen zufolge verliert al-Qaida zunehmend an Einfluss. Er schrieb das unter anderem den Bemühungen der USA und ihrer Alliierten zu, die Finanzströme von al-Qaida zu kontrollieren und ihre Finanziers ins Visier zu nehmen. Im ersten Halbjahr 2009 hätten die Qaida-Oberen viermal öffentliche Aufrufe gestartet, um Geld einzuwerben.
"Wir schätzen, dass al-Qaida finanziell so schwach ist wie nie in den vergangenen Jahren", sagte Cohen, als Folge verblasse der Einfluss des Terrornetzwerks. Er warnte aber auch: Das könne sich schnell ändern; noch immer gebe es Geldgeber, die bereit, willens und fähig seien, al-Qaida mit Geld zu unterstützen.
Um die Finanzen der Taliban jedoch scheint es gut zu stehen - trotz aller internationalen Bemühungen. Sie beziehen ihr Geld vor allem aus dem Drogenhandel.
otr/AP
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