Paris - In Frankreich sorgt die Blitzkarriere von Jean Sarkozy weiter für Wirbel. "Als Chef eines demokratischen Landes kann man sich nicht alles erlauben", wetterte die Tageszeitung "Le Monde" über seinen Vater Nicolas Sarkozy.
Die französische Regierung sprang dem Sohn des Präsidenten dagegen bei. Den Kritikern wurde eine "Hetzjagd" vorgeworfen. Ein Kandidat dürfe nicht auf Grund seines Namens oder seiner Herkunft von vornherein ausgeschlossen werden, sagte Regierungssprecher Luc Chatel. "Dieses Mal ist es der Name, die Herkunft, das Alter, das nächste Mal vielleicht die Rasse - wo kommen wir denn dahin?".
Er wies den Vorwurf zurück, dass Frankreich sich international lächerlich machen könne, wenn der erst 23 Jahre alte Sohn von Sarkozy ohne Hochschulabschluss und jegliche Berufserfahrung demnächst einen Spitzenposten in einer Behörde (EPAD) bekommt. Die EPAD ist für den Ausbau des Geschäftsviertels La Défense zuständig.
Man könne niemanden verbieten, sich wählen zu lassen, sagte Chatel. Dies sei ein republikanisches Prinzip. Ein fehlendes Diplom sei kein Hinderungsgrund, Frankreich sei eine "Meritokratie", in der der Verdienst zähle und bei Wahlen alle gleich seien. Jean Sarkozys Verdienst bestehe eben darin, dass er bereits Wahlen gewonnen habe, unter anderem in den Rat des Départements. "Diese Hetzjagd muss ein Ende haben", sagte Chatel.
Jean Sarkozy kandidiert für den Vorsitz des EPAD-Verwaltungsrates, in den er als Nachrücker eintrat, nachdem sein Vater eines der Mitglieder auf einen anderen Posten berufen hatte. Die Wahl am 4. Dezember gilt als Formsache. Der bisherige Vorsitzende Patrick Devedjian (65) scheidet aus Altersgründen aus. Nach Berichten in französischen Zeitungen hatten sich sowohl der Senat als auch der Premierminister vergeblich für die Verlängerung des Mandats für Devedjian ausgesprochen, der derzeit Minister für das Konjunkturprogramm ist. "Die Altersgrenze gilt für alle", sagte Chatel.
Die Raumordnungsbehörde EPAD soll das Prestige-Bürozentrum La Défense bei Paris zu einem weltweit führenden Firmenstandort ausbauen. Bereits jetzt sind in La Défense 2500 Firmen ansässig, unter ihnen Areva, AXA oder EDF.
als/dpa
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Poor old Europe. A continent in decline. Ich entschuldige mich es nicht auf Deutsch zu sagen. Aber ich kann das Woerterbuch im Moment nicht finden. Ex-Europaer. mehr...
Mich hat die Aktion in Frankreich beeindruckt, in Massen eine Adoption durch Vater Sarkozy zu beantragen,damit man auch in den Genuss seiner Patronage kommt. Mal sehen, was S. sich als nächstes ausdenkt. Vieleicht kann er ja [...] mehr...
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