Wien - Die dramatisch steigende Opiumproduktion in Afghanistan verursacht einem Bericht der Uno zufolge in den westlichen Länder wesentlich mehr Todesfälle als der Militäreinsatz am Hindukusch. Jedes Jahr sterben in den Nato-Staaten rund 10.000 Menschen an den Folgen des Heroinkonsums, wie das Uno-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien mitteilte. Das seien fünf Mal mehr als die Zahl der seit 2001 in Afghanistan gefallenen Soldaten der Militärallianz. Insgesamt stammen demnach 92 Prozent des weltweit hergestellten Heroin-Grundstoffs Opium aus Afghanistan.
UNODC-Chef Antonio Maria Costa rief die internationale Gemeinschaft auf, mehr Truppen für den Kampf gegen den Drogenanbau an den Hindukusch zu entsenden. Das afghanische Opium vor Ort zu bekämpfen sei "um ein Vielfaches effizienter und günstiger" als in den Ländern der Konsumenten, sagte Costa. Zudem seien Drogenanbau und Drogenhandel eine Haupteinnahmequelle der radikalislamischen Taliban, die damit jährlich 160 Millionen Dollar verdienten.
Die Opium-Produktion in Afghanistan sei in den vergangenen zehn Jahren explodiert und werde 2009 auf 6900 Tonnen steigen, heißt es in dem Bericht. Die afghanischen Drogenhändler hätten in den vergangenen Jahren einen Vorrat von 12.000 Tonnen angelegt - mehr als das Zweifache des jährlichen weltweiten Verbrauchs. Insgesamt konsumieren laut UNODC etwa 15 Millionen Drogensüchtige weltweit Opiate. Jedes Jahr sterben demnach rund 100.000 Menschen an den Folgen der Sucht.
otr/AFP
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