Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



Uruguay

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.10.2009
 

Uruguay

Ex-Guerillero Mujica gewinnt erste Wahlrunde

Ex-Guerilla-Kämpfer José Mujica: Bald Präsident Uruguays?
Zur Großansicht
REUTERS

Ex-Guerilla-Kämpfer José Mujica: Bald Präsident Uruguays?

Der frühere Guerilla-Kämpfer José Mujica hat bei der Präsidentenwahl in Uruguay nur knapp die absolute Mehrheit verpasst - Ende November trifft der 74-Jährige in der Stichwahl auf den konservativen Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle.

Montevideo - José Mujica hat bei der Präsidentenwahl in Uruguay mit Abstand die meisten Stimmen erzielt, muss aber in die Stichwahl. Der 74-jährige ehemalige Guerilla-Kämpfer und Kandidat des regierenden Links-Bündnisses Frente Amplio (FA, Breite Front) kam Hochrechnungen zufolge auf etwa 48 Prozent der Stimmen und verfehlte damit die für einen Sieg gleich in der ersten Runde erforderliche absolute Mehrheit knapp. "Die Uruguayer haben uns eine weitere Anstrengung auferlegt", sagte der frühere Tupamaro-Rebell. Mujica sprach von einem "hoffnungsvollen Ausgangspunkt".

In der Stichwahl am 29. November trifft Mujica auf den zweitplatzierten der Wahl, den konservativen Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle. Der Kandidat der Nationalen Partei, der Uruguay von 1990 und 1995 regierte, landete abgeschlagen bei etwa 30 Prozent. Mit etwa 17 Prozent schnitt Pedro Bordaberry von der ebenfalls konservativen Colorado-Partei überraschend gut ab. Über die künftige Zusammensetzung beider Kammern des Parlaments, deren Mitglieder ebenfalls neu gewählt wurden, lagen zunächst noch keine klaren Angaben vor.

Entgegen erster Prognosen scheiterten nach diesen Angaben jedoch zwei parallel abgehaltene Referenden zu Aufhebung einer Amnestie für Menschenrechtsverbrechen von Militärs und Polizisten vor und während der Militärdiktatur (1973-1985) und für die Einführung des Briefwahlrechts für Uruguayer, die im Ausland leben. Vertreter von Menschenrechtsgruppen bedauerten ihren Misserfolg, betonten aber zugleich, dass sie weiter für die Bestrafung der Täter kämpfen würden. Nach 1989 war es bereits das zweite Referendum zur Aufhebung der Amnestie, das scheiterte.

Auf den Straßen der Hauptstadt Montevideo feierten Anhänger der FA das Wahlergebnis. Allerdings betonten Fernsehkommentatoren, dass es Mujica nicht gelungen sei, das hohe Ansehen von Amtsinhaber Tabaré Vázquez für seine eigene Kandidatur wirksam werden zu lassen.

Für die Stichwahl haben Meinungsforscher einen Sieg Mujicas als wahrscheinlich vorhergesagt. Im Falle eines Wahlsiegs dürfte Mujica die moderate, reformorientierte Politik seines Vorgängers fortsetzen.

hen/dpa/AFP

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH













Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern