Washington - Der Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai steht laut einem Zeitungsbericht seit acht Jahren auf der Gehaltsliste der CIA. Der US-Geheimdienst habe Ahmed Wali Karzai für eine Reihe von Diensten bezahlt, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Mitarbeiter der US-Behörden.
Unter anderem habe Karzai Rekruten für eine paramilitärische Einheit der CIA geworben, die in der Umgebung seiner Heimatstadt Kandahar nach Extremisten fahndete. Zudem habe er dem Geheimdienst ein Gebäude vermietet, das früher dem Taliban-Führer Mullah Omar gehörte, und Kontakte zu den radikal-islamischen Rebellen in der Region hergestellt.
Die Zusammenarbeit sei wegen Karzais angeblicher Kontakte zu illegalen Drogenhändlern in Afghanistan auch in der US-Regierung zunehmend umstritten, heißt es in dem Bericht. "Wenn wir uns in unserer Afghanistan-Strategie auf die Bevölkerung konzentrieren, und es dann so aussieht, als unterstützten wir Verbrecher, dann machen wir uns selbst unglaubwürdig", sagte Generalmajor Michael Flynn, der ranghöchste Offizier des US-Militärgeheimdiensts am Hindukusch, dem Blatt.
Karzai selbst wies die Vorwürfe gegenüber der Zeitung zurück: "Ich kenne niemanden von der CIA und habe nie Geld von irgendeiner Organisation bekommen." Er unterstütze zivile und militärische Einrichtungen, das sei seine "Pflicht als Afghane", sagte er. Mit Drogenhandel habe er nichts zu tun.
Der Geheimdienst wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.
Die Beziehungen der Regierung von US-Präsident Barack Obama zu Ahmed Walis Bruder Hamid Karzai stehen nach den Fälschungsfällen der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Afghanistan nicht zum Besten. Der früher vom Westen protegierte Staatschef wird sich am 7. November in einer Stichwahl seinem Konkurrenten Abdullah Abdullah stellen - vor allem auch auf Druck der USA.
ffr/AFP/AP
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Die FAZ schreibt heute, dass Karzai sogar nur auf westlichen Druck zum Sieger eklärt wurde. Das ist noch die Steigerung von 'wahrer Demokratie'. mehr...
Das ist wahre Demokratie. Dafür opfern wir gerne unser Geld und das Leben unserer Soldaten. Diese Art von gelebter Demokratie wird sicher auch noch den letzten Afghanen von der guten Sache überzeugen. mehr...
Karzai ist jetzt auch von den USA als rechtmäßiger Präsident anerkannt. Wem soll man da gratulieren , den USA oder Karzai ? Eine filmreife Komödie. mehr...
Na und? Es sind Blätter mit Kleinstauflagen, das erstere sogar antizionistisch. Wenn deren Leser das so wollen, warum nicht? mehr...
Nach meiner Erinnerung hat der Westen die damalige Regierung von Afghanistan (Taliban) nach einem Ultimatum aus dem Amt gebombt. Also war das eine Kriegshandlung zwischen zwei Staaten (obwohl faktisch sehr einseitig zu Lasten [...] mehr...
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