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30.10.2009
 

EU-Gipfel

Merkel blockiert konkretes Geldversprechen für Klimaschutz

Angela Merkel und ihr neuer Außenminister Guido Westerwelle: Aufmarsch in BrüsselZur Großansicht
dpa

Angela Merkel und ihr neuer Außenminister Guido Westerwelle: Aufmarsch in Brüssel

Streit vertagt. Das ist alles, was die EU-Staats- und Regierungschefs in Sachen Klimaschutz auf ihrem Gipfel in Brüssel geschafft haben. Damit liegt auch wenige Wochen vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen noch immer kein Verhandlungsangebot der EU auf dem Tisch.

Brüssel - Fünf Wochen vor dem Weltklimagipfel vermeidet die Europäische Union ganz klar, den armen Ländern in der Welt Finanzzusagen im Kampf gegen die Erderwärmung zu geben. Nach zähen Verhandlungen einigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag in Brüssel lediglich darauf, ihren Streit über die Lastenteilung zu vertagen.

Bis 2020 könnten die weltweit zu tragenden Kosten für den Klimaschutz in Entwicklungsländern auf jährlich bis 100 Milliarden Euro steigen. Einen großen Teil davon wird die internationale Gemeinschaft tragen müssen - laut Schätzungen auf dem Gipfel zwischen 22 und 50 Milliarden Euro jährlich ab 2020. Die EU rechnet damit, dass sie etwa ein Drittel der Kosten tragen wird.

Für Streit sorgt die Verteilung auf die Mitgliedsländer: Die Staaten in Ost- und Mitteleuropa wollen, dass der reichere Westen der Union den größten Teil übernimmt. Am Ende setzten die Gipfel-Teilnehmer erstmal eine Arbeitsgruppe ein. Und deren Beschlüsse werden sich noch hinziehen: "Das muss nach einem erfolgreichen Abschluss von Kopenhagen entschieden werden", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

In der Gipfelrunde bremste insbesondere Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte die Zurückhaltung bei neuen milliardenschweren Klimaschutz-Zahlungen: "Wir haben ein Ergebnis, das der Vorreiterrolle der Union in den Fragen des Klimaschutzes Rechnung trägt", sagte Merkel nach Abschluss der zweitägigen Konferenz. "Wir sind mit allem in Vorleistungen getreten."

Merkel kündigte an, dass sie bei ihrer USA-Reise in der kommenden Woche die Brüsseler Beschlüsse vorlegen werde. Die Kanzlerin will damit die USA zu Zugeständnissen in der Klimaschutz-Politik drängen. Außenminister Guido Westerwelle sagte: "Europa bleibt Vorreiter beim Klimaschutz, aber entlässt nicht andere Teile der Welt aus der Verantwortung."

Kritik von Greenpeace

Das sehen Umweltschützer ganz anders. Greenpeace kritisierte den Gipfelbeschluss. Europa habe "nicht den Nerv gehabt, den Beitrag der EU zu benennen." Die EU will beim kommenden Weltklimagipfel vom 7. Dezember an möglichst ehrgeizige Klimaschutzziele durchsetzen, die auch die USA und China - die Länder mit den schlimmsten industriellen Dreckschleudern - mittragen. Die 27 EU-Staaten treten dort geschlossen auf; ihr Verhandlungsführer ist Schweden.

Gipfelgastgeber und Schwedens Regierungschef Fredrik Reinfeldt sagte: "Wir haben die 100 Milliarden unterstützt. Wir werden einen angemessenen Anteil übernehmen." Die EU sprach sich dafür aus, einen internationalen Hilfsfonds im Umfang von bis zu 50 Milliarden Euro einzurichten.

Balkenende Favorit für den EU-Ratspräsidenten

Erwartungsgemäß fällte der Gipfel keine Entscheidung über die neuen Top-Posten in der EU - den des künftig ständigen EU-Ratspräsidenten und den des EU-"Außenministers". Als Favoriten gelten der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende für den Präsidentenposten und der britische Außenamtschef David Miliband für den EU-"Außenminister".

Er schließe nicht aus, dass ihm der Posten angeboten werde, sagte Balkenende der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Zur Besetzung der Spitzenjobs muss zunächst der EU-Reformvertrag in Kraft treten. In Tschechien fehlt noch die Unterschrift des Präsidenten Vaclav Klaus. Der Gipfel hatte Klaus eine Ausnahme von der EU-Grundrechtecharta zugebilligt, um dessen Zustimmung zu erreichen.

ler/dpa

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Die neuesten Beiträge:
21.12.2009 von cluster15: jetzt mal Tacheles

Tja, was man Sie was schlimmer wird, Wortklauben oder Datenklauben..... Keine Ahnung was Sie meinen, der lineare Trend zeigt einen Anstieg von etwas mehr als 0.4 Grad Celsius Warum 1940 oder 1970? Von 1930-1970 ist [...] mehr...

21.12.2009 von cluster15: A posteriori

Kausalketten im Nachhinein konstruieren zu können, heißt nicht in jedem Fall, dass die Ereignisse tatsächlich in der Abfolge als solche im Vorhinein geplant waren (schönes Beispiel wäre das Minenfeld der Evolution). Ich hatte [...] mehr...

21.12.2009 von snoopdog: Beamtenspeech.

... und falls das Klima sich nicht reglementskonform entwickeln will, dann ist fristgemäß bis spätestens 31.12.09... Beamtenspeech pur ... hoffentlich kriegen Sie Ihre Kaffeepause eben so zuverlässig geregelt mehr...

20.12.2009 von denkmal!:

[QUOTE=Blackjack51;4733832][QUOTE=denkmal!;4733314]Also ich bin meinen chinesischen Solarzellen absolut zufrieden. Sie überteffen sogar die angegebenen Werte. ---Zitat--- Hast du die Panels messen lassen? Das können nur wenige [...] mehr...

20.12.2009 von de.nada: Hatte was zu erledigen. ;)

Ich weiß nicht wie ehrlich "Die Welt" ist. Ich weiß nicht mal ob die Welt weiß was PR ist und was nicht. (hoffentlich erscheint nur dieses) mehr...

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Beschlüsse des EU-Gipfels in Brüssel

Klimapolitik

Um die Klimapolitik wurde hart gerungen. Die EU-Staaten lassen jetzt offen, welchen finanziellen Beitrag sie für den Kampf gegen den Klimawandel in armen Ländern leisten wollen. Zugleich knüpfen die EU-Staaten eigene Hilfen an "vergleichbare Anstrengungen" anderer Industrieländer. Insbesondere Deutschland setzte damit seine Forderungen für den Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen durch. Die EU nennt lediglich eine allgemeine Schätzung für die Kosten in den Entwicklungsländern, die bis 2020 jährlich rund hundert Milliarden Euro betragen.

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