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30.10.2009
 

Atomstreit

Teheran stellt Bedingungen an Kompromiss

Präsident Ahmadinedschad inspiziert die Urananreicherungsanlage in Natans: Teheran will nachverhandelnZur Großansicht
dpa

Präsident Ahmadinedschad inspiziert die Urananreicherungsanlage in Natans: Teheran will nachverhandeln

Das Gezerre zwischen dem Westen und Iran um einen Atom-Vertrag geht weiter: Dem Kompromissvorschlag der Atomenergiebehörde will Teheran nur zustimmen, wenn es im Gegenzug für eine Auslandsanreicherung seines Urans neuen atomaren Brennstoff erhält.

Teheran - Die iranische Regierung verzögert weiter eine Einigung in den zähen Atom-Verhandlungen mit dem Westen. Teheran wolle vor einer endgültigen Antwort auf den von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorgelegten Kompromissvorschlag zur Urananreicherung noch einmal verhandeln, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna am Freitag.

Offenbar knüpft die Regierung um Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Annahme des Schlichtungsvorschlags an die Erfüllung eigener Bedingungen. Die Islamische Republik fordere, neuen atomaren Brennstoff für ihren Teheraner Reaktor zu erhalten, bevor es Uran im Ausland anreichern würde, sagten westliche Diplomaten am Freitag. Dies hielten die wichtigsten westlichen Staaten für inakzeptabel.

Laut den Diplomaten, die ihre Identität nicht preisgeben wollten, ist bisher unklar, ob das iranische Angebot ernst gewesen sei oder nur ein weiteres Mittel, um den Verhandlungsprozess zu verzögern.

Die IAEA hatte am Donnerstag erklärt, eine "erste Antwort" aus Teheran erhalten zu haben. Einzelheiten zum Inhalt wurden nicht genannt. Der IAEA-Kompromiss sieht vor, dass Iran bis Jahresende rund 70 Prozent seines niedrig angereicherten Urans zur weiteren Anreicherung nach Russland und Frankreich liefert. So soll verhindert werden, dass im Land selbst Uran angereichert wird, mit dem Iran eine Atombombe bauen könnte.

USA und Frankreich ungeduldig, EU drängt auf Einigung

Die Nachrichtenagentur Irna meldete unter Berufung auf eine "gut informierte Quelle", bei dem Schreiben vom Donnerstag habe es sich nicht um eine "offizielle" Antwort gehandelt. Iran habe lediglich seine positive Einstellung zu dem Kompromiss signalisiert und sich zu "fundierten Verhandlungen" über die "technischen und ökonomischen Erwägungen" bereiterklärt, hieß es. Eine endgültige Entscheidung sei erst nach weiteren Gesprächen zu erwarten.

Washington und Paris mahnten Teheran unterdessen zur Eile. "Wir verhandeln nicht zum Spaß, sondern um zu einem Vertrag zu kommen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. Die USA erwarteten eine "detaillierte Antwort". Obama habe jedoch nicht "unbegrenzt Zeit", ergänzte Gibbs. Die iranische Regierung solle unverzüglich schriftlich eine formelle Antwort auf das IAEA-Angebot abgeben, sagte der Sprecher des französische Außenamtssprecher Bernard Valero. Auch die EU drängt zur Annahme des Abkommens.

can/AFP/AP/Reuters

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29.11.2009 von syramon:

Es reicht zu sehen, wie die Palästinenser in Ghettos leben, da täschen auch keine gefälschten Papiere und Photos drüber hinweg. mehr...

29.11.2009 von Michael Schnarch:

Warum will er dann *alle* Juden aus isarel deportieren? mehr...

29.11.2009 von mbockstette:

Das wäre dann das erste Mal, dass ich mich über eine "Öde" freuen würde und zwar sehr. mehr...

29.11.2009 von kosmopolitaner:

Unsinn? Zeigen Sie mir doch die Resolutionen, worin Saddam wegen Chemiewaffeneinsatz gegen den Iran und Kurden Konsequenzen zu fürchten hatte. Das wurde doch solange totgeschwiegen, bis es zum Himmel stank! mehr...

29.11.2009 von FaripiY:

jetzt sagen Sie aber nicht, den Iran nuklear einzuäschern. Denn solche Pläne existieren nämlich nicht. mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen

Geschichte

Sanktionen

Nahost

Personen

Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung


Chronik

Aufstieg von Mohammed Resa

AFP
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.

Ajatollah Chomeini und die islamische Revolution

Phase der Islamisierung

Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad






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