Teheran - Die iranische Regierung verzögert weiter eine Einigung in den zähen Atom-Verhandlungen mit dem Westen. Teheran wolle vor einer endgültigen Antwort auf den von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorgelegten Kompromissvorschlag zur Urananreicherung noch einmal verhandeln, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Irna am Freitag.
Offenbar knüpft die Regierung um Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Annahme des Schlichtungsvorschlags an die Erfüllung eigener Bedingungen. Die Islamische Republik fordere, neuen atomaren Brennstoff für ihren Teheraner Reaktor zu erhalten, bevor es Uran im Ausland anreichern würde, sagten westliche Diplomaten am Freitag. Dies hielten die wichtigsten westlichen Staaten für inakzeptabel.
Laut den Diplomaten, die ihre Identität nicht preisgeben wollten, ist bisher unklar, ob das iranische Angebot ernst gewesen sei oder nur ein weiteres Mittel, um den Verhandlungsprozess zu verzögern.
Die IAEA hatte am Donnerstag erklärt, eine "erste Antwort" aus Teheran erhalten zu haben. Einzelheiten zum Inhalt wurden nicht genannt. Der IAEA-Kompromiss sieht vor, dass Iran bis Jahresende rund 70 Prozent seines niedrig angereicherten Urans zur weiteren Anreicherung nach Russland und Frankreich liefert. So soll verhindert werden, dass im Land selbst Uran angereichert wird, mit dem Iran eine Atombombe bauen könnte.
USA und Frankreich ungeduldig, EU drängt auf Einigung
Die Nachrichtenagentur Irna meldete unter Berufung auf eine "gut informierte Quelle", bei dem Schreiben vom Donnerstag habe es sich nicht um eine "offizielle" Antwort gehandelt. Iran habe lediglich seine positive Einstellung zu dem Kompromiss signalisiert und sich zu "fundierten Verhandlungen" über die "technischen und ökonomischen Erwägungen" bereiterklärt, hieß es. Eine endgültige Entscheidung sei erst nach weiteren Gesprächen zu erwarten.
Washington und Paris mahnten Teheran unterdessen zur Eile. "Wir verhandeln nicht zum Spaß, sondern um zu einem Vertrag zu kommen", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. Die USA erwarteten eine "detaillierte Antwort". Obama habe jedoch nicht "unbegrenzt Zeit", ergänzte Gibbs. Die iranische Regierung solle unverzüglich schriftlich eine formelle Antwort auf das IAEA-Angebot abgeben, sagte der Sprecher des französische Außenamtssprecher Bernard Valero. Auch die EU drängt zur Annahme des Abkommens.
can/AFP/AP/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
Es reicht zu sehen, wie die Palästinenser in Ghettos leben, da täschen auch keine gefälschten Papiere und Photos drüber hinweg. mehr...
Warum will er dann *alle* Juden aus isarel deportieren? mehr...
Das wäre dann das erste Mal, dass ich mich über eine "Öde" freuen würde und zwar sehr. mehr...
Unsinn? Zeigen Sie mir doch die Resolutionen, worin Saddam wegen Chemiewaffeneinsatz gegen den Iran und Kurden Konsequenzen zu fürchten hatte. Das wurde doch solange totgeschwiegen, bis es zum Himmel stank! mehr...
jetzt sagen Sie aber nicht, den Iran nuklear einzuäschern. Denn solche Pläne existieren nämlich nicht. mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Iranisches Atomprogramm | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH