London - Er gilt als mürrisch, oft sind seine Mundwinkel heruntergezogen, der Blick etwas finster: Aber dass der britische Premierminister Gordon Brown oft schlecht gelaunt wirkt, kann auch daran liegen, dass er schlicht zu zurückhaltend ist. In einem Interview mit dem Männermagazin "GQ" hat Brown jetzt eingestanden, schüchtern zu sein und an seinem öffentlichen Auftreten arbeiten zu müssen, damit seine politische Botschaft die Menschen besser erreicht.
"Ich könnte unsere Botschaft viel besser präsentieren. Aber ich bin von Natur aus ziemlich schüchtern, jemand der glaubt, sein Handeln spreche für sich selbst. Aber so funktioniert Politik heutzutage nicht", sagte Brown dem Interviewer, einem ehemaligen Boulevardchefredakteur. Die britische Opposition versuche ihm seine Stärke als Schwäche auszulegen und stelle ihn als unentschieden dar, wenn er in Wirklichkeit durchweg entschieden gehandelt habe, monierte der Premierminister weiter. Auf die Frage, was er nach seiner politischen Karriere machen wolle, antwortete Brown, er wolle gemeinnützig tätig werden.
Anerkennung äußerte Brown über seinen Rivalen, Oppositionsführer David Cameron. Der Chef der Konservativen sei ein "sehr guter Politiker", privat verbinde ihn aber nichts mit Cameron. "Ich habe meine eigenen Freunde", so Brown.
In dem Interview bekräftigte Brown seine Ablehnung gegenüber illegalen Drogen. "Ich nehme keine illegalen Drogen, habe es nie getan und werde es nie tun", so der britische Premier.
Dem "GQ-Magazine" haben bereits vor Brown führende Politiker Privates anvertraut. So offenbarte Nick Clegg, Vorsitzender der Liberal Democrats, im vergangenen Jahr, mit wie vielen Frauen er in seiner Jugend Sex hatte.
anr/Reuters
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