Hamburg - Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat GM-Chef Fritz Henderson die Rückzahlung des von Bund und Ländern gewährten Kredits in der vergangenen Nacht schriftlich dem Bundeswirtschaftsministerium zugesichert. Die Bundesregierung hatte zuvor bereits erklärt, sie erwarte, dass GM die aus Mitteln der KfW und der Landesförderbanken ausgereichte Brückenfinanzierung von maximal 1,5 Milliarden Euro entsprechend den vertraglich vereinbarten Konditionen fristgerecht zurückzahle.
Nach Angaben von Opel-Treuhandmitglied Dirk Pfeil hatte der deutsche Autobauer den Überbrückungskredit jedoch nicht in voller Höhe in Anspruch genommen und teilweise sogar schon zurückgezahlt. "In der Spitze hat sich Opel 1,1 Milliarden Euro ausgeliehen, von denen 200 Millionen Euro bereits zurückgezahlt wurden", sagte Pfeil am Mittwoch. Opel müsse damit noch 900 Millionen Euro Staatshilfen tilgen.
In der Nacht hatte es eine dramatische Wende im Gezerre um Opel gegeben - der monatelange Poker um den angeschlagenen deutschen Autobauer endete mit einem Paukenschlag: Der Verwaltungsrat des US-Autokonzerns General Motors hat in einer Sitzung am Dienstag entschieden, das deutsche Tochterunternehmen doch zu behalten. Als Gründe nannte der Konzern in einer Erklärung das sich seit Monaten "verbessernde Geschäftsumfeld" für GM und die Bedeutung der beiden europäischen GM-Töchter Opel und Vauxhall für die "globale Strategie" des Unternehmens. Ursprünglich sollte der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna die Mehrheit an Opel übernehmen.
Das Ziel von General Motors sei es gewesen, "die beste langfristige Lösung für unsere Kunden, Angestellten, Zulieferer und Händler zu finden" - "das spiegelt sich in der heute getroffenen Entscheidung wider", erklärte GM-Chef Fritz Henderson. Daneben entschuldigte sich der GM-Boss für den monatelangen Verhandlungsmarathon um die Zukunft Opels, an dem unter anderem mehrere Regierungen, Unternehmen, der Opel-Betriebsrat und die EU-Kommission beteiligt waren: "Wir verstehen, dass die Komplexität und Dauer dieses Themas für alle Beteiligten anstrengend war." In Kürze solle der Bundesregierung ein Restrukturierungsplan vorgelegt werden. Zugleich kündigte GM an, Deutschland um Hilfe bei der Umsetzung der Pläne bitten zu wollen. Die Kosten der Restrukturierung bezifferte Henderson auf drei Milliarden Euro: "Das ist deutlich weniger als alle Investorenangebote".
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Der hessische Ministerpräsident Roland Koch, in dessen Bundesland Tausende Opel-Mitarbeiter beschäftigt sind, kritisierte die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats scharf. "Ich bin sehr betroffen und zugleich verärgert, dass die monatelangen Bemühungen, für Opel Europa eine möglichst gute Lösung zu finden, an GM gescheitert sind", sagte Koch in einer ersten Reaktion. "Angesichts der negativen Erfahrungen der letzten Jahre mit der Unternehmenspolitik von GM mache ich mir große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze."
Erstes Absatzplus seit Januar 2008
Der Absatz von GM in den USA war im Oktober zum ersten Mal seit 21 Monaten im Jahresvergleich wieder gestiegen. Mit mehr als 177.000 Fahrzeugen seien vier Prozent mehr Einheiten verkauft worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, gab der Konzern bekannt. Verantwortlich für die positive Entwicklung ist dem Unternehmen zufolge die starke Entwicklung bei den vier Kernmarken Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac.
Der Verwaltungsrat des durch ein Insolvenzverfahren geretteten Opel-Mutterkonzerns General Motors
hatte sich noch im September grundsätzlich zum Verkauf der Anteilsmehrheit von Opel an Magna
und die Sberbank
entschlossen. In den vergangenen Wochen waren jedoch
bei wichtigen Akteuren Zweifel aufgekommen, ob GM immer noch verkaufen oder Opel vielleicht doch in Eigenregie sanieren will. Der Mutterkonzern
legte sich einen Plan B zurecht, falls der Verkauf an Magna scheitern sollte. Auslöser war eine
Forderung der EU-Kommission, die die von Magna verlangte Staatshilfe von 4,5 Milliarden Euro blockieren könnte.
anr/wit/AFP/AP/Reuters/dpa/ddp
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Den belgischen Medien zufolge waren es an die 30.000 Demonstranten, die heute in Brüssel für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Strasse gingen. Da sieht das Bild schon ein wenig anders aus... mehr...
So ticken halt Amerikaner. Alles toll, alles super, aber keine Entscheidungen. GM ist das Beispiel für Größenwahn. Jetzt will GM noch Mrd-Zuschüsse für Opel. Wie wird wohl der Überflussminister der FDP wohl darauf antworten. [...] mehr...
Zitat von Rainer Daeschler Genau das passiert im Prinzip, nur eben auf GMs Kosten, statt die des Steuerzahlers. Ich sprach ja auch nicht von der üblichen Grundversorgung von Automobilunternehmen in Deutschland durch die [...] mehr...
Ach so, und ich hab gedacht die Abwrackpraemie, Harz4 und Kurzarbeit das bezahlt der der Steuerzahler. Aber wenn ja nun GM die Ueberkapazitaeten bezahlt, dann koennen wir ja weitermachen wie bisher. mehr...
verursacht durch den Spinner Lopez vom Opus dei,dessen Mitarbeiter die Uhr am rechten Arm tragen MUSSTEN, hat Opel noch nicht zurückgefunden zur Anerkennung als solide Qualitätsmarke.Das ist auch berechtigt nach meinen [...] mehr...
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