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04.11.2009
 

Entführungsvorwürfe

Italienisches Gericht verurteilt CIA-Agenten

Prozess um die Entführung Abu Omars: Haftstrafen für CIA-Agenten
Fotos
AP

Er wurde entführt und mit Elektroschocks gefoltert: CIA-Agenten kidnappten 2003 den Imam Abu Omar in Italien. Ein Gericht in Mailand hat 23 US-Bürger jetzt wegen der Entführung des muslimischen Geistlichen verurteilt.

Mailand - Strafe für die Entführung von Abu Omar: Richter Oscar Magi verurteilte in Mailand 22 Angeklagte zu fünf Jahren Gefängnis, weil sie den muslimischen Geistlichen am 17. Februar 2003 im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA verschleppten. Ein weiterer Angeklagter muss für acht Jahre in Haft. Drei Amerikaner wurden mit Verweis auf diplomatische Immunität freigesprochen.

Die Amerikaner wurden alle in Abwesenheit verurteilt und gelten für die Justiz als flüchtig. Italienische Regierungen lehnten es in den vergangenen Jahren ab, ihre Auslieferung zu beantragen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bis auf einen bei allen um CIA-Agenten.

Der radikale Geistliche Osama Mustafa Hassan Nasr alias Abu Omar wurde am 17. Februar 2003 auf offener Straße in Mailand aufgegriffen und soll über den US-Fliegerhorst Ramstein nach Ägypten verschleppt worden sein. Abu Omar gab später an, er sei während der Gefangenschaft gefoltert worden. So sei er mit Elektroschocks gequält und tagelang aufgehängt worden.

Der radikale Prediger hatte in der Mailänder Islamisten-Szene gegen die USA gehetzt und selbst in Afghanistan gekämpft. Er soll zudem junge Dschihad-Rekruten angeheuert und an den Hindukusch geschickt haben.

Die Aktion entwickelte sich zum Desaster für den US-Geheimdienst. Auf eine Verurteilung durch italienische Gerichte wollten die Agenten offenbar nicht warten. Deshalb versuchten sie, den terrorverdächtigen Imam möglichst lautlos aus dem Verkehr zu ziehen. Mit einem der berüchtigten CIA-Learjets flogen sie ihn nach Kairo, zurück in seine alte Heimat. Die Aktion des US-Geheimdienstes ließ sich ausführlich dokumentieren: Pässe der Agenten, ihre Telefonate und horrende Spesenquittungen, all das fand ein Mailänder Staatsanwalt - und erhob Anklage gegen die Entführer.

als/AP

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09.11.2009 von citrin:

Es geht freilich nicht darum, ob eine Regierung sich für "Popper oder Feyerabend" entscheidet, sondern darum, für welche Auffassung von der Entscheidungsfreiheit und Würde des Einzelnen sie sich entscheidet. [...] mehr...

09.11.2009 von semir:

Wie kommen Sie auf diese Zahl?Sind die restlichen 3,8 Milliarden Menschen alle Feinde der Menschenrechte und müssen "ausgeschaltet" werden? So manch Mitforist ist weit gefährlicher als Osama.... mehr...

09.11.2009 von amw52:

Das gilt wohl mehr für Taliban & Co mehr...

09.11.2009 von semir:

Mir war nicht bekannt gegen wen die Gesetze gerichtet waren, ich kann aber sehen das diese Gesetze sogar mord und totschlag rechtfertigen können wen sie von den falschen umgesetzt werden. mehr...

09.11.2009 von Backpacker:

Die SVP sagt halt das, was die Leute hier (bin seit 3 Jahren Gast in der Schweiz) denken, und zwar zu Recht. Nur weil unsere Poliker dafür zu feige sind heisst das nicht, dass das hier auch der Fall sein muss. Glauben Sie mir, [...] mehr...

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Der Fall Abu Omar

Die Entführung in Mailand: "Für sie war nur wichtig, dass ich nicht sterbe"

AP
"Es war ein sonniger Mittag am 17. Februar 2003. Ich war gerade auf dem Weg von meiner Wohnung zu der Moschee, die nur knapp einen Kilometer entfernt war. Es war nichts Besonderes zu sehen, wie immer lief ich durch die Via Guerzoni, vorbei an kleinen Geschäften. Einzig ein weißer Lieferwagen fiel mir am Straßenrand auf, da ich ihn dort noch nie gesehen hatte. Meine Frau und ich hatten zu der Zeit schon länger den Verdacht, dass wir beobachtet würden. Immer wieder folgten uns Autos, oder wir dachten das zumindest. Außerdem klingelte das Telefon zu Hause und in der Moschee oft, und niemand meldete sich, wenn wir abhoben. Wir gingen davon aus, dass der italienische Geheimdienst uns observierte, da ich oft gegen die Amerikaner und den heraufziehenden Krieg gegen den Irak in Predigten wetterte." mehr...

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