Mittwoch, 10. Februar 2010

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04.11.2009
 

Israel

Gestoppter Waffenfrachter gehört deutscher Reederei

REUTERS

An Bord waren hunderte Tonnen von Waffen - angeblich für die Hisbollah-Miliz: Der Frachter, den Israels Armee jetzt im Mittelmeer gestoppt hat, wird von einer deutschen Reederei aus der Nähe von Hamburg verchartert. Die Schmuggelware soll aus Iran stammen.

München - Bei dem von Israels Armee im Mittelmeer gestoppten Schiff handelt es sich um einen deutschen Frachter. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" und der "Kieler Nachrichten" gehört die "Francop" der Reederei Gerd Bartels aus Neu Wulmstorf nahe Hamburg.

Ein Spezialkommando hatte den Frachter vor Zypern aufgebracht und in den israelischen Hafen Aschdod überführt. "Hunderte Tonnen von Waffen" sollten damit an die Hisbollah-Miliz im Libanon geliefert werden, berichtete die israelische Armee, darunter auch Katjuscha-Raketen. An Bord des Schiffes sei ein iranisches Frachtdokument gefunden worden, aus dem hervorgehe, dass die Waffenladung aus Iran stamme, sagte eine Militärsprecherin.

Die Ladung des Schiffes wird nach israelischen Angaben derzeit inspiziert. Anschließend werde der Frachter wahrscheinlich freigegeben, hieß es. Journalisten erhielten keinen Einblick in das Dokument. Auch wurden vorerst keine Beweise für die Darstellung vorgelegt, dass die Waffen für die Hisbollah bestimmt gewesen seien.

Die "Francop" sei als Hilfstransporter getarnt gewesen und unter der Flagge Antiguas gefahren, hieß es. Der Kapitän sei ein Pole. Die Besatzung habe von der geheimen Fracht aber offenbar nichts gewusst. Ein Sprecher der Reederei Gerd Bartels, der das Schiff gehört, sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Wir sind nur der Spediteur, wir wissen nie, was in den Containern ist". Er verwies darauf, dass das Schiff an ein anderes Frachtunternehmen namens United Feeder Services verchartert worden ist.

Die israelischen Fernsehsender berichteten, dass das Schiff nach Hinweisen von Geheimdiensten seit Tagen beobachtet worden sei. Der Frachter war nach einem Stopp in der Hafenstadt Limassol auf Zypern auf dem Weg in die libanesische Hauptstadt Beirut, wie es heißt.

Israel warf Iran einen Verstoß gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrates vor, die den Export von Waffen untersagten. Teheran wies die Angaben zurück. "Der Bericht stimmt nicht. Das Schiff war von Syrien in Richtung Iran unterwegs, an Bord sind syrische Waren, aber keine Waffen", sagte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki nach Angaben staatlicher Medien in Teheran. Die Hisbollah hatte Israel in der Vergangenheit vom Südlibanon aus immer wieder mit Raketen angegriffen.

als/ddp/AP/dpa

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