Caracas - Nach der Unterzeichnung eines umstrittenen Militärabkommens zwischen den USA und Kolumbien hat Venezuelas Präsident Hugo Chávez zur Vorbereitung auf einen möglichen Krieg mit dem Nachbarland aufgerufen. Es sei die "Verantwortung aller", sich auf einen Krieg vorzubereiten, sagte Chávez am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernsehsendung "Aló Presidente". Die Venezolaner seien bereit, ihr "heiliges Heimatland" zu verteidigen. Falls es zum bewaffneten Konflikt komme, "könnte sich dieser auf den ganzen Kontinent ausweiten".
Kolumbien kündigte an, wegen der Aussagen von Chávez die Vereinten Nationen anzurufen. Nach "diesen Kriegsdrohungen der venezolanischen Regierung" solle sich die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Uno-Sicherheitsrat mit dem Thema befassen, teilte die Regierung in Bogotá mit. Kolumbien habe nie eine "feindliche Geste" gegenüber der internationalen Gemeinschaft und Nachbarländern gezeigt.
Hintergrund der Spannungen ist ein neues Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA. Beide Staaten haben erklärt, ihre militärische Zusammenarbeit richte sich allein gegen Drogenhändler und Guerilleros in Kolumbien. Die Vereinbarung erlaubt den US-Streitkräften für die nächsten zehn Jahre die Nutzung von mindestens sieben Stützpunkten in Kolumbien. Die Pläne waren bei den linksgerichteten Regierungen der Nachbarländer Venezuela und Ecuador auf scharfe Ablehnung gestoßen. Sie werfen den USA vor, ihren Einfluss in Südamerika vergrößern zu wollen.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela liegen seit Ende Juli auf Eis. Die kolumbianische Regierung hatte sich beschwert, dass Waffen aus Venezuela in den Besitz der linksgerichteten FARC-Rebellen gelangt seien. Daraufhin zog Venezuelas Staatschef Hugo Chávez aus Protest gegen die Vorwürfe den Botschafter aus Bogotá ab. Bereits im März vergangenen Jahres hatte Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien vorübergehend ausgesetzt. Als Grund nannte Chávez den Angriff der kolumbianischen Armee auf ein FARC-Lager in Ecuador.
anr/AFP/AP
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