Aus Kabul berichtet Matthias Gebauer
Kabul - Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE fürchten die Behörden, dass Jan Sch. in Afghanistan Anschläge auf deutsche Militär- oder Zivileinrichtungen und internationale Institutionen verüben könnte. Darum haben sich die deutschen Behörden in Absprache mit den Afghanen entschieden, rot eingerahmte Fahndungsplakate des 27-Jährigen, der zwar in Kasachstan geboren, aber im Saarland aufgewachsen ist, zu veröffentlichen: vor allem an Sicherheitsschleusen und Kontrollpunkten, aber auch an Botschaften, deutschen Einrichtungen, Militärbasen und dem internationalen Flughafen.
Nach Erkenntnissen des BKA hält sich Sch., der auch den Namen "Hamza" führt, seit kurzem im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet auf. Ende 2004 war er für ein Arabischstudium aus Deutschland nach Saudi-Arabien ausgereist.
Kontaktperson der Sauerland-Verschwörer
Jan Sch. ist den Fahndern schon länger bekannt. Bei den Ermittlungen gegen die Sauerland-Gruppe im Fritz Gelowicz, die mutmaßlich Terroranschläge in Deutschland plante und im September 2007 geschnappt wurde, fiel er als Kontaktperson der Zelle auf. Laut den Ermittlungen des BKA hatte Sch. bereits im Jahr 2004 mit Daniel Schneider, einem der Sauerland-Verschwörer, gemeinsam mit dem ebenfalls am Hindukusch vermuteten Houssain al-Mallah eine Gruppe junger Männer gebildet, die eine radikale Islam-Auslegung praktizierten. Nach seiner Ausreise im Jahr 2004 wurde er noch mehrmals in Saarbrücken gesehen.
Sch. gilt innerhalb der Gruppe der deutschen islamistischen Radikalen-Szene als einer der Intellektuellen, die immer wieder um Rat gefragt werden. Dies macht ihn für die Terrorfahnder zu einem möglichen Anführer.
Den Erkenntnissen nach soll er seine Frau und seinen Sohn in Saudi-Arabien zurückgelassen haben. Von der groß angelegten Fahndung erhoffen sich die Fahnder nicht nur eine abschreckende Wirkung, sondern auch Hinweise auf den jungen Deutschen, der neben seinen zwei deutschen Pässen vermutlich auch ein kasachisches Reisedokument besitzt.
Nicht der einzige deutsche Islamist am Hindukusch
Jan Sch. ist nicht der einzige Deutsche, nach dem am Hindukusch gefahndet wird. Neben den beiden Islamisten Eric Breininger und Houssain al-Mallah, die zum Umfeld der Sauerland-Gruppe gehören, halten sich auch die beiden aus Bonn stammenden Brüder Mounir und Yassin Chouka in der Krisenregion auf; sie traten bereits mehrfach und teils unvermummt in Propagandavideos der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) auf. Ebenso verteilten die Deutschen in mehreren Sprachen Plakate des Bonner Islamisten Bekkay Harrach, der sich offenbar dem Terrornetzwerk al-Qaida angeschlossen hat und dessen Terrordrohungen vor der Bundestagswahl für ein Hochfahren der Sicherheitsmaßnahmen geführt hatten.
Darüber hinaus hängen an neuralgischen Punkten in Kabul und anderswo die Konterfeis von Javad S. aus Bonn und des Iraners Schahab D., der 1994 als Elfjähriger aus Iran nach Deutschland gekommen war und seitdem in Hamburg gewohnt hatte. D. war am 4. März über Katar ins pakistanische Peschawar geflogen, zusammen mit seiner Freundin und drei weiteren Personen aus Hamburg. Die Hamburger Reisegruppe, gegen die mittlerweile der Generalbundesanwalt ermittelt, hat sich einer Art deutscher Kolonie bei der IBU angeschlossen.
Die Befürchtungen, dass die aus Deutschland in Richtung Krisengebiet ausgereisten Islamisten nach Afghanistan einsickern könnten, haben sich in den letzten Wochen massiv verstärkt. Nachdem die pakistanische Armee in Waziristan, dem vermuteten Versteck der Deutschen im Grenzgebiet, eine intensive Militärkampagne durchführt, sollen sich Hunderte Kämpfer verschiedener terroristischer Gruppen über die durchlässige Grenze in Sicherheit gebracht haben.
Dass unter ihnen auch mehrere der in Ermittlerkreisen gern "deutsche Reisegruppe" genannten Personen sind, ist für die Fahnder mehr als wahrscheinlich.
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In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...
Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...
Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...
Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...
"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...
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