Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hält weitere geheime Nuklearanlagen in Iran für sehr wahrscheinlich. Das geht aus einem IAEA-Bericht zum Stand der Urananreicherung in der Islamischen Republik hervor, den die Behörde am Montag vorlegte. Angesichts der späten Bekanntgabe der Atomanlage in Fordo bei Ghom stelle sich die Frage, ob es noch weitere Geheimanlagen gebe, heißt es darin.
Iran hatte die IAEA Ende September in einem Brief informiert, sein umstrittenes Atomprogramm auszuweiten und neben seiner bekannten Anlage in Natans an einer zweiten Anlage zur Urananreicherung bei Ghom zu bauen. Sie soll nach dem Willen der Regierung 2011 betriebsbereit sein. Das bis dahin geheime Projekt löste internationale Entrüstung aus, die IAEA fühlte sich zu spät informiert. Inzwischen haben Inspektoren der Uno-Behörde der Anlage einen ersten Besuch abgestattet.
Eigenen Angaben zufolge hatte Iran im Jahr 2007 mit dem Bau der Anlage bei Ghom begonnen. In ihrem Bericht äußern die Inspektoren nun erstmals Zweifel an dieser Information: Dem aktuellen Bericht zufolge gebe es Hinweise, die auf einen Start bereits fünf Jahre zuvor hindeuteten. Von 2004 bis 2006 habe Iran die Arbeiten unterbrochen.
Der neue Iran-Bericht kritisiert, dass die verspätete Weitergabe von solchen Informationen nicht zum Aufbau von Vertrauen beitrage. Zudem forderten die Inspektoren Klarheit über die neue Anlage. Sie soll nach Angaben eines IAEA-Mitarbeiters zu klein sein, um für das noch nicht in Betrieb genommene einzige iranische Atomkraftwerk in Buschehr Brennstoff zu produzieren.
Zweite Anlage bereits 2002?
In der Anlage von Natans, wo das Land Uran anreichert, sei die Zahl der Zentrifugen um 650 auf 3936 gesunken, stellte die IAEA weiter fest. Dass Iran nun weniger Zentrifugen im Einsatz habe, liege vermutlich an technischen Schwierigkeiten, sagten Diplomaten. Die Gesamtzahl der Zentrifugen habe sich auf 8692 leicht erhöht.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte unmittelbar vor der Veröffentlichung des Berichts das Atomprogramm seines Landes verteidigt. Die "Feinde" Irans hätten die Urananreicherung zu einer politischen Frage erklärt und alle Anstrengungen unternommen, Iran zur Aufgabe zu bewegen, sagte Ahmadinedschad laut der Website des staatlichen iranischen Rundfunks. Dieses Ansinnen sei gescheitert.
Die internationale Gemeinschaft wartet seit Wochen auf eine Antwort Teherans auf einen Kompromissvorschlag zur Urananreicherung. IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei hatte vorgeschlagen, Iran solle bis zum Jahresende 1200 von seinen 1500 Kilogramm auf 3,5 Prozent angereicherten Urans zur Anreicherung nach Russland liefern. Anschließend soll das Material in Frankreich weiterverarbeitet und nach Teheran zurückgeliefert werden. Im Gespräch ist auch eine Zwischenlagerung des Materials in der Türkei.
Warnung von Obama
Am Wochenende hatten Russland und die USA den Druck auf die Führung in Teheran erhöht. Die Zeit für die Annahme des Kompromissvorschlags laufe langsam ab, sagte US-Präsident Barack Obama am Sonntag nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitrij Medwedew in Singapur. Auch Medwedew kritisierte den schleppenden Fortgang der Verhandlungen.
Die Stimme Moskaus als Veto-Macht im Uno-Sicherheitsrat hat entscheidende Bedeutung, wenn Washington Teheran mit Drohungen zu neuen Sanktionen unter Druck setzen will. Vor allem die USA verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomkraft am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück.
Wegen der Weigerung Teherans, die Anreicherung von Uran zu stoppen, und wegen mangelnder Zusammenarbeit mit der IAEA verhängte der Uno-Sicherheitsrat in den vergangenen Jahren mehrfach Sanktionen gegen Teheran. Angereichertes Uran wird für Atomkraftwerke benötigt, aber auch für den Bau von Atomwaffen.
amz/AFP/dpa/Reuters
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Es reicht zu sehen, wie die Palästinenser in Ghettos leben, da täschen auch keine gefälschten Papiere und Photos drüber hinweg. mehr...
Warum will er dann *alle* Juden aus isarel deportieren? mehr...
Das wäre dann das erste Mal, dass ich mich über eine "Öde" freuen würde und zwar sehr. mehr...
Unsinn? Zeigen Sie mir doch die Resolutionen, worin Saddam wegen Chemiewaffeneinsatz gegen den Iran und Kurden Konsequenzen zu fürchten hatte. Das wurde doch solange totgeschwiegen, bis es zum Himmel stank! mehr...
jetzt sagen Sie aber nicht, den Iran nuklear einzuäschern. Denn solche Pläne existieren nämlich nicht. mehr...
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