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16.11.2009
 

Urananreicherung

Atomwächter fürchten weitere Nuklearverstecke in Iran

Satellitenbild von Ghom: Teheran gerät im Atomstreit weiter unter DruckZur Großansicht
DPA

Satellitenbild von Ghom: Teheran gerät im Atomstreit weiter unter Druck

Schwere Vorwürfe gegen Teheran: Inspektoren der IAEA vermuten in ihrem neuesten Bericht weitere iranische Nuklearanlagen - und werfen dem Regime mangelnde Kooperation vor. Erst im September hatte Iran den Westen mit der Enthüllung einer zweiten Atomanlage brüskiert.

Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hält weitere geheime Nuklearanlagen in Iran für sehr wahrscheinlich. Das geht aus einem IAEA-Bericht zum Stand der Urananreicherung in der Islamischen Republik hervor, den die Behörde am Montag vorlegte. Angesichts der späten Bekanntgabe der Atomanlage in Fordo bei Ghom stelle sich die Frage, ob es noch weitere Geheimanlagen gebe, heißt es darin.

Iran hatte die IAEA Ende September in einem Brief informiert, sein umstrittenes Atomprogramm auszuweiten und neben seiner bekannten Anlage in Natans an einer zweiten Anlage zur Urananreicherung bei Ghom zu bauen. Sie soll nach dem Willen der Regierung 2011 betriebsbereit sein. Das bis dahin geheime Projekt löste internationale Entrüstung aus, die IAEA fühlte sich zu spät informiert. Inzwischen haben Inspektoren der Uno-Behörde der Anlage einen ersten Besuch abgestattet.

Eigenen Angaben zufolge hatte Iran im Jahr 2007 mit dem Bau der Anlage bei Ghom begonnen. In ihrem Bericht äußern die Inspektoren nun erstmals Zweifel an dieser Information: Dem aktuellen Bericht zufolge gebe es Hinweise, die auf einen Start bereits fünf Jahre zuvor hindeuteten. Von 2004 bis 2006 habe Iran die Arbeiten unterbrochen.

Der neue Iran-Bericht kritisiert, dass die verspätete Weitergabe von solchen Informationen nicht zum Aufbau von Vertrauen beitrage. Zudem forderten die Inspektoren Klarheit über die neue Anlage. Sie soll nach Angaben eines IAEA-Mitarbeiters zu klein sein, um für das noch nicht in Betrieb genommene einzige iranische Atomkraftwerk in Buschehr Brennstoff zu produzieren.

Zweite Anlage bereits 2002?

In der Anlage von Natans, wo das Land Uran anreichert, sei die Zahl der Zentrifugen um 650 auf 3936 gesunken, stellte die IAEA weiter fest. Dass Iran nun weniger Zentrifugen im Einsatz habe, liege vermutlich an technischen Schwierigkeiten, sagten Diplomaten. Die Gesamtzahl der Zentrifugen habe sich auf 8692 leicht erhöht.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte unmittelbar vor der Veröffentlichung des Berichts das Atomprogramm seines Landes verteidigt. Die "Feinde" Irans hätten die Urananreicherung zu einer politischen Frage erklärt und alle Anstrengungen unternommen, Iran zur Aufgabe zu bewegen, sagte Ahmadinedschad laut der Website des staatlichen iranischen Rundfunks. Dieses Ansinnen sei gescheitert.

Die internationale Gemeinschaft wartet seit Wochen auf eine Antwort Teherans auf einen Kompromissvorschlag zur Urananreicherung. IAEA-Direktor Mohamed ElBaradei hatte vorgeschlagen, Iran solle bis zum Jahresende 1200 von seinen 1500 Kilogramm auf 3,5 Prozent angereicherten Urans zur Anreicherung nach Russland liefern. Anschließend soll das Material in Frankreich weiterverarbeitet und nach Teheran zurückgeliefert werden. Im Gespräch ist auch eine Zwischenlagerung des Materials in der Türkei.

Warnung von Obama

Am Wochenende hatten Russland und die USA den Druck auf die Führung in Teheran erhöht. Die Zeit für die Annahme des Kompromissvorschlags laufe langsam ab, sagte US-Präsident Barack Obama am Sonntag nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitrij Medwedew in Singapur. Auch Medwedew kritisierte den schleppenden Fortgang der Verhandlungen.

Die Stimme Moskaus als Veto-Macht im Uno-Sicherheitsrat hat entscheidende Bedeutung, wenn Washington Teheran mit Drohungen zu neuen Sanktionen unter Druck setzen will. Vor allem die USA verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Atomkraft am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück.

Wegen der Weigerung Teherans, die Anreicherung von Uran zu stoppen, und wegen mangelnder Zusammenarbeit mit der IAEA verhängte der Uno-Sicherheitsrat in den vergangenen Jahren mehrfach Sanktionen gegen Teheran. Angereichertes Uran wird für Atomkraftwerke benötigt, aber auch für den Bau von Atomwaffen.

amz/AFP/dpa/Reuters

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29.11.2009 von syramon:

Es reicht zu sehen, wie die Palästinenser in Ghettos leben, da täschen auch keine gefälschten Papiere und Photos drüber hinweg. mehr...

29.11.2009 von Michael Schnarch:

Warum will er dann *alle* Juden aus isarel deportieren? mehr...

29.11.2009 von mbockstette:

Das wäre dann das erste Mal, dass ich mich über eine "Öde" freuen würde und zwar sehr. mehr...

29.11.2009 von kosmopolitaner:

Unsinn? Zeigen Sie mir doch die Resolutionen, worin Saddam wegen Chemiewaffeneinsatz gegen den Iran und Kurden Konsequenzen zu fürchten hatte. Das wurde doch solange totgeschwiegen, bis es zum Himmel stank! mehr...

29.11.2009 von FaripiY:

jetzt sagen Sie aber nicht, den Iran nuklear einzuäschern. Denn solche Pläne existieren nämlich nicht. mehr...

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Irans Atomprogramm

Streit

AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung

Republik Iran

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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Aufstieg von Mohammed Resa

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Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.

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Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad





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