Mittwoch, 10. Februar 2010

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17.11.2009
 

Schauprozesse in Iran

Todesurteile gegen Oppositionelle

In Iran sind fünf Regierungsgegner zum Tode verurteilt worden. Sie hatten sich an den Wahlprotesten im vergangenen Sommer beteiligt. Das Revolutionsgericht warf ihnen Mitgliedschaft in terroristischen Gruppen vor.

Teheran - Wieder sind in Iran Todesurteile gegen Andersdenkende verhängt worden. Dem amtlichen iranischen Fernsehen zufolge verurteilte das Revolutionsgericht fünf Oppositionelle, die sich an den Wahlprotesten im vergangenen Sommer beteiligt hatten, zum Tode.

Nach den blutig niedergeschlagenen Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad waren hunderte Demonstranten verhaftet und vor ein Revolutionsgericht gestellt worden. Bis zum Dienstag war gegen mindestens drei von ihnen die Todesstrafe verhängt worden. Bei den fünf weiteren Personen, die hingerichtet würden, handele es sich um Mitglieder "terroristischer bewaffneter Oppositionsgruppen", meldete das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Justizministerium.

Die Anklagepunkte in den als Schauprozesse kritisierten Verfahren reichen von Randalieren über Spionieren bis zur versuchten Anstiftung einer Revolution, um die geistliche Herrschaft des Irans zu stürzen.

Nach den Wahlen vom 12. Juni waren in Iran die schwersten Unruhen seit der Islamischen Revolution 1979 ausgebrochen. Hunderttausende Demonstranten gingen auf die Straße gegangen. Die Regierung wies Vorwürfe der Wahlfälschung zurück und knüppelte die Proteste teilweise gewaltsam nieder. Mindestens 20 Menschen kamen ums Leben. Mehr als 1000 Demonstranten und Oppositionsanhänger wurden festgenommen. Die meisten von ihnen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß, mehr als 100 Menschen wurden jedoch vor Gericht gestellt. Die Opposition erkennt die Wahl weiterhin nicht an und spricht von Betrug.

ler/AP/Reuters

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