"Deutsche Mudschahidin": Abu Safiyya und Abu Askar?
Berlin - Die Islamische Bewegung Usbekistan (IBU), eine in Pakistan aktive militante Gruppe, der sich mehrere deutsche Dschihadisten angeschlossen haben, brüstet sich in einer neuen Internetveröffentlichung damit, pakistanische Soldaten getötet und enthauptet zu haben.
Die 13 Fotos umfassende Bilderstrecke veröffentlichte die IBU auf ihrer Website. Mittlerweile kursieren sie auch auf anderen dschihadistischen Webseiten. Die Fotoserie liegt SPIEGEL ONLINE vor.
Den IBU-Angaben zufolge wurden die Bilder in der pakistanischen Krisenregion Waziristan aufgenommen. Dort liegt die Zentrale der IBU. Vor einigen Wochen hat die pakistanische Armee eine militärische Offensive in Waziristan begonnen, um die Unterschlupforte dort aktiver Dschihadisten-Gruppen auszuheben.
Eines der Bilder zeigt zwei junge Männer mit einem Maschinengewehr und einer Panzerfaust. Die Bildunterschrift dazu lautet: "Vorwärts, deutsche Mudschahidin". Dem Anschein nach handelt es sich bei den beiden Kämpfern um den Bonner Javad S. und den Hamburger Shahab D., die bereits in einem Propagandavideo der IBU unter den Kampfnamen "Abu Safiyya" beziehungsweise "Abu Askar" aufgetreten waren. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE fahndet das Bundeskriminalamt in Afghanistan mit Plakaten nach den beiden.
Ist der IBU-Chef doch noch am Leben?
Weitere Bilder der Serie zeigen enthauptete Soldaten, vermutlich handelt es sich dabei um Pakistaner. Die zynischen Bildunterschriften dazu lauten "Wo sind die siebeneinhalb Milliarden Dollar, die Amerika versprochen hat?" oder "Das ist das Ergebnis, wenn man sich mit Ungläubigen anfreundet".
Ein direkter Zusammenhang zwischen den gezeigten Opfern und den gezeigten Kämpfern wird in den Bildunterschriften nicht hergestellt. Es wird also nicht etwa suggeriert, dass die Rekruten aus Deutschland an der Enthauptung Anteil hatten.
Das erste Foto der Serie zeigt den Angaben zufolge den "Amir" der IBU, "Mohammed Tahir Faruq", dessen Klarname Tahir Joldaschew lautet. Sollten die Bilder tatsächlich aktuell sein, dann wären sie ein Beleg dafür, dass der IBU-Chef noch am Leben ist. Zuletzt hatte es ernsthafte Gerüchte gegeben, dass Joldaschew am 27. August bei einem US-Drohnenangriff getötet worden sei.
Noch weitere deutsche Dschihadisten am Hindukusch
Die übrigen Fotos zeigen Kämpfer beim Teetrinken oder während sie mit ihren Waffen posieren.
Die IBU ist eine ursprünglich usbekische Gruppen, die aber wegen des Verfolgungsdrucks in ihrer Ursprungsregion ihre Zentrale schon lange nach Waziristan verlegt hat. Sie ist unter anderem von den USA als Terrororganisation gelistet und unterhält enge Beziehungen zu den Taliban und wahrscheinlich auch al-Qaida.
Neben "Abu Askar" und "Abu Safiyya" haben sich mindestens zwei weitere Kämpfer aus Deutschland der IBU angeschlossen: Die beiden Bonner Brüder Yassin und Mounir Chouka.
Weitere Deutsche, die sich offenbar in der Krisenregion aufhalten, haben sich der "Islamische Dschihad-Union", al-Qaida oder den Taliban angeschlossen. Insgesamt dürften mehrere Dutzend aus Deutschland stammender Rekruten aus Deutschland an den Hindukusch gereist sein.
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