Der Militäranalyst James Carafano gab der Ära ihren Namen, und zwar eher unbeabsichtigt und wohl zunächst auch wenig beachtet. "The Long War Against Terrorism" lautete der Titel eines Beitrags, den er für die konservative Heritage Foundation schrieb, "Der lange Krieg gegen den Terrorismus." Und Carafano stellte darin im September 2003 eine düstere These auf, die bis heute nicht widerlegt ist: "Bevor das hier vorbei ist, wird sich die Zeit, die wir darauf verwendet haben werden, die Taliban in Afghanistan und Saddams Streitkräfte im Irak zu besiegen, innerhalb der Zeitspanne des Kriegs gegen den Terror etwa so ausnehmen wie der Korea-Krieg (...) im Verhältnis zum Kalten Krieg: Als relativ kurzes Aufblitzen (...) innerhalb eines langen Konflikts."
"Der lange Krieg": Mit diesem Terminus war nun der passende Begriff gefunden, um den Kampf gegen den Terrorismus verbal in die Nachfolge des Kalten Krieges zu stellen. US-Präsident George W. Bush und sein Verteidigungsminister Donald Rumsfeld benutzten die Bezeichnung, ebenso das Militär. Mittlerweile ist es ein feststehender Begriff. Obwohl ihn, ironischerweise, sowohl US-Behörden als auch Kritiker der US-Politik gern wieder einfangen würden. Den Ersten klingt er zu pessimistisch, den Letzteren zu sehr nach einer Rechtfertigung für einen ewig währenden Kriegszustand.
Dabei ist die Länge noch eines der objektiveren Kriterien zur Beschreibung jener Auseinandersetzung, die am 11. September 2001 begann. Sie dauert bereits länger als der Zweite Weltkrieg, aber noch nicht ganz so lange wie der Vietnam-Krieg nach Eingreifen der USA. Aber wer würde prognostizieren, dass al-Qaida & Co. in wenigen Jahren kapitulierten?
Das werden sie nicht tun, weil es in ihrer Ideologie nicht vorgesehen ist. Es ist auch kein Krieg, in dem auf beiden Seiten zwei Generalstäbe die Fäden in der Hand halten. Es ist ein Konflikt, der auf mehreren Ebenen asymmetrisch ist: Netzwerke gegen Staaten, Terroristen gegen Zivilisten, Religion gegen Moderne - und Weltsicht gegen Weltsicht. Denn für al-Qaida begann dieser Krieg nicht am 11. September 2001, wohl aber für die USA und alle, die sich mit ihnen angegriffen fühlten. Was für die Angreifer eine einzige siegreiche Schlacht in einem schon ewig währenden Krieg ist, wirkte für die Gegenseite wie ein Fanal, ein zweites Pearl Harbour, auf das man reagieren musste.
Beängstigende Spirale der Eskalation
Das Jahrzehnt war noch jung, als Mohammed Atta und seine Mitverschwörer ihren schrecklichen Plan am 11. September 2001 ausführten. Es war eine unvorstellbare, unvorhergesehene Tat, die sofort die Frage aufwarf: Wieso haben wir das nicht vorhergesehen? Vieles von dem, was in den Jahren danach an Überreaktionen und Exzessen folgte, wurzelte - zum Teil - in der Angst, noch einmal etwas zu übersehen.
9/11 setzte in beängstigender Geschwindigkeit eine Spirale in Gang: Es dauerte nur Wochen, bis der Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan begann, das den Terroristen um Osama Bin Laden Unterschlupf gewährt hatte. Es war ein Feldzug, der als unvermeidbar galt. Er wurde breit legitimiert, von der Uno, der Nato. In Deutschland, das ebenfalls Truppen stellte, erklärte Verteidigungsminister Peter Struck die Operation mit einem Satz, der zum Gemeinplatz wurde: Deutschlands Sicherheit werde auch am Hindukusch verteidigt.
Die Taliban hatten dem Ansturm nicht viel entgegenzusetzen, ihr Regime zerbröselte. Doch Frieden hat Afghanistan auch acht Jahre nach Kriegsbeginn nicht gefunden, die Taliban gibt es immer noch, und ihre radikalen Flügel haben keineswegs die Absicht aufzustecken.
George W. Bush definierte die "Achse des Bösen"
Der US-Präsident George W. Bush, gerade ins Amt gewählt, stolperte in der Folge von 9/11 in eine globale Auseinandersetzung, für die er nicht gewappnet war. Mit seinen Worten vom "Kreuzzug", vom "Entweder ihr seid für uns oder für die Terroristen" und von der "Achse des Bösen" trug er zur Eskalation bei. Vor allem aber, indem er sich von seinen Beratern in einen Krieg gegen den Irak treiben ließ, den diese als Teil des Kriegs gegen den Terror verkauften.
Auch Saddam Hussein fiel schnell, seine Herrschaft war schon Geschichte, als er aus einem Erdloch gezogen wurde. Doch dem Irak erging es schlecht: Ein Fast-Bürgerkrieg mit Tausenden Toten und täglichen Terroranschlägen erschütterte das Land. Der Irak stand in Flammen, immer wieder angefacht von Abu Mussab al-Sarkawi, dem Qaida-Statthalter im Zweistromland, der sich einen Namen damit gemacht hatte, dass er Geiseln vor laufender Kamera enthauptete.
So wurde der Irak erst durch den Krieg zu dem, was er angeblich schon vorher war: zu einem Hort des Terrors.
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Ein Wunschtraum, wenn Sie einmal den Entwicklungsstand der afghanischen Gesellschaft betrachten. mehr...
Doch. Er wird indirekt ärmer (oder vielmehr: nicht reicher) dadurch, dass der Westen überhaupt Kriege führt. Täte der Westen dies nicht, und wären Afghanistan und die Staaten des nahen Ostens prosperierende, liberale [...] mehr...
... selbst Mitglied beil Al Qaida oder woher kennen sie die Füher so genau? mehr...
... wir wollen ein bisschen Geschichtsunterricht: Was hat den Bin Laden für eine Rolle gespielt? Wer war den das Oberhaupt der Taliban vor 2001 und mit wem haben die Amis vor 2001 in Afghanistan verhandelt und um was geht es bei [...] mehr...
Er steht auf der "Most Wanted" Seite des F.B.I.... Sie koennen sich ja mal fragen, warum das so ist. Ladendiebstahl ist es nicht ! mehr...
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