• Drucken
  • Senden
  • Feedback
21.11.2009
 

9/11-Verfahren in New York

Deutschland will Beobachter zu Terrorprozess schicken

Chalid Scheich Mohammed: Ihm soll in New York der Prozess gemacht werdenZur Großansicht
AP

Chalid Scheich Mohammed: Ihm soll in New York der Prozess gemacht werden

Es wird der größte Terrorprozess in der Geschichte der USA: Zum Verfahren gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der 9/11-Anschläge will die Bundesregierung nach Informationen des SPIEGEL Beobachter schicken. Sie sollen sicherstellen, dass mögliche Todesurteile nicht auf deutschen Beweismitteln beruhen.

Berlin/New York - Fünf Qaida-Schergen, unter ihnen Chalid Scheich Mohammed und Ramzi Binalshibh, werden sich in New York für die Anschläge des 11. September auf das World Trade Center verantworten müssen. Die Bundesregierung will nach Informationen des SPIEGEL Prozessbeobachter zu dem Verfahren schicken, um sicherzustellen, dass mögliche Todesurteile nicht auf deutschen Beweismitteln beruhen.

Nur unter dieser Voraussetzung habe die deutsche Regierung den USA im Rahmen der Rechtshilfe umfangreiche Ermittlungsergebnisse zur Verfügung gestellt. "Wir werden auch in diesem Fall sehr genau darauf achten, dass die gegebenen Zusicherungen eingehalten werden", sagt Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Dies will ihr Ministerium zusammen mit dem Auswärtigen Amt unter anderem durch die Entsendung der Beobachter sicherstellen.

US-Justizminister Eric Holder hatte bereits bei der Ankündigung des Prozesses vor einem New Yorker Gericht gesagt, dass er für alle fünf Beschuldigten die Todesstrafe erwarte. Schon im Verfahren gegen den verhinderten Terrorpiloten Zacarias Moussaoui 2002 war es in dieser Frage zu monatelangen diplomatischen Reibereien zwischen den USA und Deutschland gekommen, die in einer wackeligen Konstruktion endeten. Danach durften deutsche Beweismittel zwar als Grundlage für einen Schuldspruch, nicht aber zur Verhängung der Todesstrafe benutzt werden.

Mohammed galt früher als "Nummer drei" im Terrornetzwerk al-Qaida - und bezeichnet sich selbst als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001. "Ich war verantwortlich für die Planung der Operationen von A bis Z", sagte er nach Angaben des Pentagons vom März 2007. Auch andere terroristische Verbrechen soll der heute 44-Jährige gestanden haben. Kritiker zweifeln die Aussagekraft der Geständnisse allerdings an und verweisen auf Berichte, nach denen Mohammed gefoltert wurde.

Chalid Scheich Mohammed kam 1964 oder 1965 in Kuwait auf die Welt, sein Vater soll aus der pakistanischen Provinz Balutschistan stammen. In den achtziger Jahren studierte er in den USA, wo er angeblich einen Abschluss als Ingenieur erwarb. 2003 wurde er in Pakistan verhaftet und später nach Guantanamo überstellt; 2008 begann dort der Prozess gegen ihn und andere Angeklagte vor einem Militärtribunal.

han

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 692 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
31.01.2010 von Flari:

Übrigens wurden auch jede Menge Rückstände einer typischen Knallgasexplosion auf Ground Zero gefunden. Vielen als H2O oder Wasser bekannt. Also immer schön am Ball bleiben. Auch Gerolsteiner soll an diversen Explosionen [...] mehr...

31.01.2010 von Kapnix: ?

Es geht nicht um die Wand in meinem Beispiel sondern um den Wagen. Sie können ein Haus mit 100 Stockwerken bauen und diese steht bis in aller Ewigkeit. Wenn Sie aber auf die Idee kommen die obersten Stockwerke um 3m anzuheben [...] mehr...

31.01.2010 von Kapnix: ?

Ich hatte Ihnen geantwortet, und warte jetzt auf Ihre Erwiderung. mehr...

31.01.2010 von Kapnix: ?

Sinnlos? Vielleicht oberhalb des Kindergartenniveaus würde ich von Statischer und Dynamischer Belastung reden. Ich bemühe mich um Beispiele die die hier Anwesenden nicht überfordern. mehr...

31.01.2010 von Agitatist:

Na und? ---Zitat--- In keinem der Gebäude wurden mehrere Tonnen Treibstoff verbrannt oder die Struktur durch einen Einschlag geschwächt. ---Zitatende--- In Gebäude 7 auch nicht. ---Zitat--- Und vielleicht wurde bei Beiden [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Chalid Scheich Mohammed

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr dazu im SPIEGEL

Illustration Michael Pleesz für den SPIEGEL

Heft 48/2009:
Die Billionenbombe

Warum nach der Jahrhundertkrise schon die nächste droht

Inhaltsverzeichnis

Titelthema - diskutieren Sie mit

Hier geht es zum E-Paper

Hier kaufen Sie das Heft

Hier finden Sie Ihre Abo-Angebote und Prämien


Wegen der Anschläge vom 11. September vor Gericht

Chalid Scheich Mohammed

dpa
Der Mann, einst "Nummer drei" im Terrornetzwerk al-Qaida, gilt als Drahtzieher der Anschläge. "Ich war verantwortlich für die Planung der Operationen von A bis Z", soll er 2007 nach Angaben des Pentagons gestanden haben. Kritiker zweifeln die Aussagekraft der Geständnisse allerdings an und verweisen auf Berichte, nach denen Mohammed gefoltert wurde. Der Angeklagte kam 1964 oder 1965 auf die Welt und wuchs in Kuwait auf, sein Vater soll aus der pakistanischen Provinz Belutschistan stammen. In den achtziger Jahren studierte er in den USA, wo er angeblich einen Abschluss als Ingenieur erwarb. mehr auf der Themenseite...

Ramzi Binalshibh

Ali Abd al-Asis Ali

Mustafa Ahmed al-Hawsawi

Walid bin Attasch



PDF-Download


"An den Rand des Todes und zurück" - Folterberichte

Abu Subeida

AP
Abu Subeida, ein mutmaßlich enger Vertrauer von Osama Bin Laden, wurde im März 2002 in Pakistan gefasst und dabei schwer verletzt. Die CIA sorgte dem Bericht zufolge ausdrücklich dafür, dass er gesundgepflegt wurde - nur um ihn dann foltern zu können. Dazu sei er zwischen mehreren CIA-Lagern hin- und hertransportiert worden.

"Ich erwachte, nackt, an ein Bett gefesselt, in einem sehr weißen Raum. Der Raum maß ungefähr vier mal vier Meter. (...) Nach einiger Zeit, ich glaube, dass es mehrere Tage waren, wurde ich zu einem Stuhl gebracht, an den ich an Händen und Füßen gekettet wurde, für die nächsten zwei bis drei Wochen, glaube ich. In der Zeit bekam ich durch das dauerhafte Sitzen Blasen an der Unterseite meiner Beine. (...) In den ersten zwei oder drei Wochen bekam ich, während ich auf dem Stuhl saß, keine feste Nahrung. Mir wurde nur Ensure (ein Proteingetränk, Anm.d.Red.) und Wasser zu trinken gegeben. Anfangs musste ich mich von dem Ensure übergeben, aber das wurde mit der Zeit besser. (...) Die Zelle und der Raum waren klimatisiert und sehr kalt. Die ganze Zeit spielte sehr laute Brüllmusik. Sie wiederholte sich alle 15 Minuten, 24 Stunden am Tag. Manchmal stoppte die Musik und wurde von lautem Zischen oder Knattern abgelöst. (...) Zwei schwarze Holzkisten wurden in den Raum außerhalb meiner Zelle gebracht. Eine war hoch, etwas größer als ich und schmal. (...) Die andere war kleiner. (...) Ich wurde aus meiner Zelle geholt, und einer der Vernehmenden wickelte ein Handtuch um meinen Hals, und dann benutzten sie das, um mich herumzuschleudern und mich wiederholt gegen die harte Wand des Raums zu schmettern. Auch wurde ich wiederholt ins Gesicht geschlagen. (...) Dann wurde ich in die große Kiste gesteckt, ich glaube für rund eine bis eineinhalb Stunden. Die Kiste war innen und außen total schwarz. (...) Sie bedeckten die Außenseite der Kiste mit einem schwarzen Tuch, um das Licht zu verdunkeln und meine Luftzufuhr zu drosseln. Es war schwer zu atmen. (...) Nach dem Verprügeln wurde ich in die kleine Kiste gesteckt. (...) Da sie nicht hoch genug war, um aufrecht zu sitzen, musste ich mich zusammenkrümmen. Wegen meiner Wunden war das sehr schwer. (...) Die Wunde an meinem Bein öffnete sich und begann zu bluten. Ich weiß nicht, wie lange ich in der kleinen Kiste blieb, ich bin vielleicht eingeschlafen oder ohnmächtig geworden. (...) Dann wurde ich aus der kleinen Kiste gezerrt, ohne dass ich ordentlich laufen konnte, und auf etwas geschnallt, was wie ein Krankenhausbett aussah, und mit engen Gurten sehr eng daran gefesselt. Ein schwarzes Tuch wurde über mein Gesicht gepresst, und die Vernehmer nahmen eine Mineralwasserflasche, um Wasser auf das Tuch zu kippen, so dass ich nicht atmen konnte. Nach ein paar Minuten wurde das Tuch weggenommen und das Bett in eine aufrechte Position gedreht. Der Druck der Gurte auf meine Wunden tat sehr weh. Ich erbrach mich. Dann wurde das Bett wieder in eine horizontale Position gedreht und die gleiche Folter wiederholt, mit dem schwarzen Tuch über meinem Gesicht und dem Wasser aus der Flasche. Diesmal hing mein Kopf mehr in einer rückwärtigen, nach unten gerichteten Position, und das Wasser wurde länger ausgeschüttet. Ich kämpfte mit den Gurten, versuchte zu atmen, doch es war hoffnungslos. Ich dachte, ich würde sterben. Ich verlor die Kontrolle über mein Urin. Seitdem verliere ich auch heute noch die Kontrolle über mein Urin, wenn ich unter Stress stehe. (...) Das dauerte etwa eine Woche. In der Zeit wurde die ganze Prozedur fünfmal wiederholt. (...) Einmal wurde das Ersticken dreimal hintereinander wiederholt. (...) Mehrmals brach ich dabei zusammen und verlor das Bewusstsein. Dann wurde die Folter durch die Intervention eines Arztes gestoppt."

Quelle: ICRC/Mark Danner/"New York Review of Books"

Walid bin Attasch

Chalid Scheich Mohammed



TOP



TOP