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21.11.2009
 

Urteil wegen Spionage für Kuba

Lebenslänglich für US-Rentner

Hatten seit 1978 für Kuba spioniert: Walter Kendall Myers und seine Frau Gwendolyn. Zur Großansicht
Reuters

Hatten seit 1978 für Kuba spioniert: Walter Kendall Myers und seine Frau Gwendolyn.

Mit über 70 Jahren noch ins Gefängnis: Weil es jahrzehntelang für Kuba spionierte, ist ein US-Rentnerpaar zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Außerdem müssen die Senioren über 1,7 Millionen Dollar an den Staat zurückzahlen - der Mann war nämlich Mitarbeiter im Außenministerium der USA.

Washington - Wegen Spionage für den Erzfeind Kuba sind ein ehemaliger Top-Mitarbeiter des US-Außenministeriums und seine Ehefrau zu hohen Haft- und Geldstrafen verurteilt worden. Wie das Justizministerium in Washington am Freitag mitteilte, gestanden der 72-jährige Walter Kendall Myers und seine ein Jahr jüngere Frau Gwendolyn Steingraber Myers, seit Ende der siebziger Jahre der kommunistischen Führung in Havanna vertrauliche Dokumente zugespielt zu haben.

Ein Bundesgericht in Washington verurteilte Kendall Myers zu lebenslanger Haft. Seine Frau, die geheime Informationen bevorzugt im Supermarkt per Einkaufswagen weitergab, muss sechs bis siebeneinhalb Jahre hinter Gitter. Das Ehepaar erhielt überdies eine Geldstrafe in Höhe von 1,7 Millionen Dollar - die Summe aller Gehälter, die Myers während seiner Tätigkeit für die US-Regierung bezog. Ihre Wohnung in New York, ihre Segelyacht und ihre Bankkonten wurden beschlagnahmt.

"In den vergangenen 30 Jahren hat dieses Paar Amerikas Vertrauen hintergangen, indem es vertrauliche Informationen über die nationale Verteidigung an die kubanische Regierung weitergab", erklärte Ankläger David Kris. "Heute werden sie für die Taten zur Verantwortung gezogen." Der Fall zeige, dass die US-Behörden beim Schutz des Landes wachsam blieben und jene zur Rechenschaft zögen, die Staatsgeheimnisse aufs Spiel setzen.

Das Paar war Anfang Juni nach verdeckten Ermittlungen durch das FBI festgenommen worden. Der 72-jährige hatte der US-Justiz zufolge während seiner Zeit im Außenministerium Zugang zu vertraulichsten Unterlagen, unter anderem arbeitete er in der Aufklärung. Der Mann gab demnach an, nach einem Kuba-Besuch 1978 von Havanna angeworben worden zu sein. Im Laufe der Jahre habe er von Kuba "eine Vielzahl von Medaillen" für seine Verdienste bekommen. 1995 hätten er und seine Frau auch einen Abend mit Fidel Castro verbracht.

Das Paar soll die Aufträge aus Kuba per Kurzwellensender erhalten haben. Der Mann habe sich dann Informationen aus den streng geheimen Datenbanken des Außenamtes gemerkt oder Notizen über vertrauliche Dokumente aus dem Ministerium geschmuggelt. Die Ehefrau gab das Material anschließend über das vorher abgesprochene Austauschen von Einkaufswagen an kubanische Agenten weiter. Sie flogen durch einen Undercover-Agenten des FBI auf, der sich als kubanischer Geheimdienstmitarbeiter ausgab und das Vertrauen des Paares errang.

hpi/afp

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