Kabul - In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist erneut ein Raketenangriff auf ein vor allem von Ausländern bewohntes Hotel verübt worden. Nach Angaben der örtlichen Polizei schlug das Geschoss am Samstag in eine Mauer ein, die das Luxushotel "Serena" umgibt. Nach Angaben des afghanischen Gesundheitsministeriums wurden vier Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Auch ein afghanischer Soldat sei außerhalb des Gebäudes verletzt worden.
Polizisten und Soldaten riegelten die Gegend um das Hotel ab. Ein Hotel-Mitarbeiter sagte, im Inneren des Hauses habe es keine Beschädigungen gegeben. Im "Serena" sind zumeist Diplomaten, Staatsgäste, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Journalisten untergebracht. Unbestätigten Angaben zufolge soll sich zum Zeitpunkt des Angriffs Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak mit einem hochrangigen Gesprächspartner im "Serena" aufgehalten haben.
Ein Augenzeuge berichtete SPIEGEL ONLINE, die Rakete sei von einer Brücke aus abgefeuert worden, die in der Nähe des Hotels liegt. Der mutmaßliche Täter sei entkommen.
Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Die radikal-islamischen Taliban allerdings haben das Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes in der Vergangenheit schon mehrfach angegriffen. Bei einem Überfall bewaffneter Kämpfer waren im Januar vergangenen Jahres acht Menschen getötet worden. Ende Oktober 2009 schlug eine Rakete im Hof des Hotels ein. Dabei wurde niemand verletzt.
Regierung will Polizei und Militär personell massiv ausbauen
Am Tag vor dem Anschlag auf das Hotel war ein prominenter afghanischer Parlamentarier nur knapp dem Tod durch einen am Straßenrand versteckten Sprengsatz entgangen. Fünf seiner Leibwächter starben.
Die Regierung in Kabul gab bekannt, dass sie die afghanischen Polizei- und Militärkräfte auf zusammen 400.000 Mann ausbauen will - mehr als doppelt so stark wie bisher angestrebt. Damit sollen die Vorgaben der USA und der Nato erfüllt werden, die mehr Verantwortung in die Hände der afghanischen Sicherheitskräfte legen wollen.
Verteidigungsminister Wardak sagte am Samstag in Kabul, die Stärke der Armee solle auf 240.000 Mann steigen; derzeit stehen rund 93.000 Soldaten unter Waffen. Dieses Ziel wird nach Ansicht von Beobachtern nur durch jahrelange massive Investitionen in die Ausbildung erreicht werden können.
Dutzende Taliban legen Waffen nieder
In Herat legten am Samstag rund 80 Taliban ihre Waffen nieder. Sie nahmen damit ein Amnestieangebot von Präsident Hamid Karzai an. Bei einer Zeremonie im Polizeihauptquartier von Herat gaben sie ihre Waffen ab und versprachen, die Behörden nicht mehr zu bekämpfen, wie Polizeichef Asmatullah Alisai sagte.
Die Gruppe war im Bezirk Paschtun Sarghun in der Provinz Herat aktiv. Ihr Anführer Mula Solaiman, ehemaliger Kommandeur bei den westafghanischen Grenztruppen, erklärte, er habe sich den Taliban angeschlossen, nachdem ihm vor einem Jahr vorgeworfen worden war, Waffen und Munition gestohlen zu haben.
Präsident Karzai hatte bei seiner Vereidigung zur zweiten Amtszeit am Donnerstag erneut an die Taliban appelliert, ihren bewaffneten Kampf zu beenden. Er hatte den Taliban im Jahr 2005 eine Amnestie vorgeschlagen und das Angebot Anfang 2009 bei der Münchner Sicherheitskonferenz erneuert. Laut der 2005 gegründeten Kommission für Frieden und Wiederversöhnung haben in den vergangenen drei Jahren 8340 Taliban das Amnestieangebot angenommen.
ffr/Reuters/AP/AFP/dpa/Mitarbeit: Shoib Najafizada
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In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...
Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...
Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...
Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...
"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...
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