Mittwoch, 10. Februar 2010

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21.11.2009
 

Manöver

Iran hält Militärübung zum Schutz von Atomanlagen ab

Mit einem groß angelegten Manöver will die iranische Luftwaffe die Sicherung der Atomanlagen des Landes trainieren. Für den Fall eines israelischen Raketenangriffs drohte ein Kleriker der Revolutionsgarden einen prompten Gegenschlag an.

Teheran - Die iranische Flugabwehr hat für Sonntag ein großangelegtes Militärmanöver angekündigt, auf dem der Schutz der Atomanlagen des Landes geübt werden soll. Die Übung von Revolutionsgarden und Streitkräften solle am Sonntag beginnen, meldete das staatliche Fernsehen am Samstag.

Der Einsatz solle sich auf Regionen konzentrieren, in denen die iranischen Atomanlagen liegen, zitierte der Bericht Luftwaffengeneral Ahmad Mighani. Dabei soll die Abwehr möglicher Luftangriffe geprobt werden. Die Übung soll sich der amtlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge auf rund 600.000 Quadratkilometer in Zentral-, West- und Südiran erstrecken - das entspricht fast der doppelten Fläche Deutschlands. An der Übung sind laut Irna neben den regulären Streitkräften auch die Revolutionsgarden beteiligt. Das Manöver soll Armeeangaben zufolge fünf Tage dauern.

Iran will damit offenbar auch nach außen militärische Stärke demonstrieren, nachdem sich der Streit um das Atomprogramm der Islamischen Republik wieder zuzuspitzen droht. Der Repräsentant von Ajatollah Ali Chamenei bei der Revolutionsgarde, Modschtaba Solnur, erneuerte unterdessen laut Irna eine Drohung gegen Israel. Im Fall eines Raketenangriffs auf Iran, werde es einen prompten Gegenschlag geben, warnte der ranghohe Funktionär. "Wenn der Feind sein Pech ausprobieren und eine Rakete auf Iran abfeuern will, dann werden die ballistischen Raketen Irans das Herz Tel Avivs unter Feuer nehmen, noch bevor sich der Staub gelegt hat", sagte Solnur.

Verdacht: Heimliche Entwicklung von Atomwaffen

Weder die USA noch Israel haben einen Militäreinsatz gegen Iran ausgeschlossen, falls sich der Atomkonflikt nicht auf diplomatischem Wege lösen lassen sollte. Die Regierung in Jerusalem betrachtet einen nuklear gerüsteten Iran als Existenzbedrohung. Experten wenden jedoch ein, dass Luftangriffe auf die iranischen Nuklearanlagen das Programm bestenfalls um einige Jahre zurückwerfen könnten. Die internationale Gemeinschaft in Form der Sechsergruppe - die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, China und Deutschland - bemüht sich um eine Verhandlungslösung mit Iran.

Der Westen verdächtigt das Land, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das und hat erklärt, das Atomprogramm lediglich für zivile Zwecke zu betreiben.

Iran lehnte unlängst einen Vorschlag der Internationalen Atomenergieagentur IAEA ab, niedrig angereichertes Uran für medizinische Zwecke im Ausland aufbereiten zu lassen. Irans Botschafter bei der IAEA erklärte sich jedoch zu weiteren Gesprächen bereit. Das Material sei für die Strahlentherapie von Krebskranken überlebenswichtig, sagte Ali Asghar Soltanieh dem SPIEGEL. Sein Land brauche "Garantien, dass wir für unser Uran auch den Brennstoff bekommen". Angesichts der Erfahrungen in den vergangenen 30 Jahren habe Iran aber allen Grund zum Misstrauen und lasse sich nicht mit seinem Brennstoffproblem erpressen. "Wenn uns das Ausland nicht hilft, werden wir gezwungen sein, unser Uran selbst höher anzureichern."

wit/Reuters/AP/AFP

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Der Atomwaffensperrvertrag, den Iran 1968 unterzeichnet hat, erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm.
Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.
Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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