Mittwoch, 10. Februar 2010

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Iranisches Atomprogramm

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22.11.2009
 

Atom-Programm

Iran startet Mega-Manöver

Präsident Ahmadinedschad: Warnung an Israel
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AP

Präsident Ahmadinedschad: Warnung an Israel

Die iranischen Revolutionsgarden demonstrieren ihre Macht. Bei einem großangelegten Manöver probt die Armee die Verteidigung der umstrittenen Atomanlagen des Landes. Gleichzeitig schickt Teheran eine Warnung an Israel.

Teheran - Fünf Tage soll das Manöver dauern. Schwerpunktmäßig werde die Bereitschaft der Luftwaffe getestet, die Atomanlagen gegen einen Angriff zu verteidigen, berichtet der Nachrichtenkanal Khabar.

An dem Manöver sind auch die Eliteeinheiten der Revolutionsgarden beteiligt. Die Übung erstreckt sich auf rund 600.000 Quadratkilometern - das entspricht fast der doppelten Fläche Deutschlands. Nach Angaben des Kommandeurs der iranischen Flugabwehr, General Ahmad Mighani, sind insbesondere die Mitte, der Westen und der Süden betroffen, die Regionen, in denen es Atomanlagen gebe.

Derweil warnte die Führung der Islamischen Republik Israel erneut vor einem militärischen Angriff auf Ziele in Iran. Im Fall eines Angriffs werde der Gegenschlag mit Mittelstreckenraketen prompt erfolgen, warnte Modschtaba Solnur, Repräsentant des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei bei den Revolutionsgarden. "Wenn der Feind es wagen und eine Rakete auf Iran abfeuern will, dann werden die ballistischen Raketen Irans das Herz Tel Avivs unter Feuer nehmen, noch bevor sich der Staub gelegt hat", sagte Solnur der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Im Atomstreit hat Israel nicht ausgeschlossen, iranische Atomanlagen anzugreifen. Die internationalen Verhandlungen über die umstrittene Urananreicherung des Landes sind derzeit festgefahren. Die Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat und Deutschland beraten, wie sie weiter vorgehen wollen, falls Teheran nicht einlenkt.

Als Kompromiss hatte der Westen zuletzt vorgeschlagen, niedrig angereichertes Uran in Russland und Frankreich aufzuarbeiten und dann das hochangereicherte Nuklearmaterial zurückzubringen, das Iran für seinen medizinischen Forschungsreaktor benötigt . Mit dem Vorgehen sollte verhindert werden, dass Iran selbst Uran weiter anreichert, um womöglich waffenfähiges Material herzustellen. Dieser Vorschlag wurde vor wenigen Tagen von Teheran zurückgewiesen.

"Wir lassen uns nicht mit unserem Brennstoffproblem erpressen"

Dem SPIEGEL sagte Ali Asghar Soltanieh, Irans Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien: "Wir lassen uns nicht mit unserem Brennstoffproblem erpressen: Wenn uns das Ausland nicht hilft, werden wir gezwungen sein, unser Uran eben selbst höher anzureichern." Sein Land sei aber weiter gesprächsbereit. Iran brauche dringend Brennstoffnachschub für einen Forschungsreaktor in Teheran, sagte Soltanieh. Bei einem möglichen Deal mit dem Westen brauche sein Land "Garantien, dass wir für unser Uran auch den Brennstoff bekommen". "So wie wir in den vergangenen 30 Jahren behandelt wurden, haben wir allen Grund zum Misstrauen."

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad brach am Sonntag zu einer Reise nach Afrika und Südamerika auf. Unter anderem will er auch Venezuela besuchen, das Irans umstrittenes Atomprogramm unterstützt. Seit seinem Amtsantritt 2005 bemüht sich Ahmadinedschad um eine Annäherung an linksgerichtete südamerikanische Staatschefs. Venezuelas Präsident Hugo Chávez und Ahmadinedschad hatten die Beziehungen beider Länder in der Vergangenheit deutlich ausgebaut.

jul/dpa/AP/AFP

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Der Atomwaffensperrvertrag, den Iran 1968 unterzeichnet hat, erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm.
Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.
Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.

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