Aus Kabul berichtet Matthias Gebauer
Kabul/Berlin - Nach dem Willen von Afghanistans Präsident Hamid Karzai soll die internationale Afghanistan-Konferenz, auf der im Januar der neue Kurs der internationalen Staatengemeinschaft für die Mission am Hindukusch abgestimmt werden soll, im eigenen Land stattfinden. Beim Vier-Augen-Gespräch mit dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle drängte Karzai nach Informationen von SPIEGEL ONLINE, das wichtige Treffen, zu dem alle Nato-Staatschefs und mehrere Spitzenpolitiker aus der Region rund um Afghanistan zusammenkommen sollen, in Kabul abzuhalten.
Auch Außenminister Rangin Dadfar Spanta regte bei einem Mittagessen nach der Vereidigung an, der Konferenz "ein afghanisches Gesicht" zu geben. Für die Staatengemeinschaft kam der Wunsch aus Afghanistan überraschend, eigentlich hatte man sich bereits auf London als Veranstaltungsort geeinigt. Angepeilt ist als Termin der 28. Januar. Ein solches Treffen - zu dem möglicherweise sogar US-Präsident Barack Obama käme - in Kabul zu veranstalten, sei in Sachen Sicherheit "ein russisches Roulette", so die Reaktion westlicher Diplomaten in Afghanistan.
Die Idee, auf einer großen Konferenz eine gemeinsame Linie für Afghanistan abzustimmen, hatten Kanzlerin Angela Merkel und der britische Regierungschef Gordon Brown im Herbst auf den Weg gebracht. Brown bot nun kürzlich an, die hochrangige Veranstaltung in London abzuhalten. In Deutschland gab es keine Einwände gegen die Idee. Grundsätzlich erwarten sich viele Länder, dass auf der Konferenz zwar mehr Engagement für Afghanistan beschlossen wird. Ebenso aber wollen die Nato-Länder ein Szenario für den Abzug ihrer Truppen entwickeln.
Afghanische Regierungsvertreter wiesen nach der Vereidigung Karzais darauf hin, dass die Feier in Kabul, zu der neben der US-Außenministerin Hillary Clinton und Guido Westerwelle weitere EU-Außenminister gekommen waren, reibungslos über die Bühne gegangen war. Die Sicherheitsvorkehrungen waren immens. Kabul war während der Feier im Palast völlig abgeriegelt. Nur 800 Gäste waren zum Amtseid geladen, davon fast 300 Ausländer.
Die Ruhe bei der Veranstaltung führen Nato-Militärs in Kabul auf eine großangelegte Suche nach möglichen Attentätern im Vorfeld zurück. Tage vor dem Event hatten afghanische Sicherheitskräfte mit Hilfe von Isaf-Einheiten in Kabul mehrere potentielle Attentäter festgenommen und auch Sprengstoff und Bombengürtel gefunden. Am Tag vor der Amtseinführung entdeckten Hubschraubereinheiten mehrere Abschusspositionen für Raketen und schalteten diese aus.
Die Nato-Regierungen überlegen nun, wie man mit dem heiklen Wunsch aus Kabul umgehen soll. In Berlin hieß es, dass man unter Umständen vor der eigentlichen Konferenz ein Treffen in Afghanistan abhalten könne, allerdings im kleineren Format als der eigentliche Gipfel. Ein Treffen der Staatschefs in der afghanischen Hauptstadt scheint aufgrund der Sicherheitslage undenkbar. Wie unsicher Kabul ist, bewies ein neuer Raketenangriff auf das "Serena"-Hotel in Kabuls Zentrum am Samstag.
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In Bezug auf das Ausländer raus sind sie sich durchaus einiger, als die bundesrepuplikanische Gesellschaft. Beim Nachlesen ihrer Postings beschleicht mich obendrein der Verdacht, dass sie selber möglicherweise gar nicht vor Ort [...] mehr...
Nach dem deutschen Versagen im Norden, einen solchen Beitrag abzudrücken ist deutlich mehr als Realitätsignorant! mehr...
Sie benutzen den Begriff "Unsinn" hier im Sinne unvernünftigen Handelns. Aus der Sicht der Afghanistan-Krieger ist er nicht unsinnig, man verrät uns allerdings den Eigensinn nicht, der ihm zugrunde liegt, weil wir ihn [...] mehr...
Es gab XX Tote, darunter auch Kinder und Frauen. Ein vermeintlicher Standardsatz. Doch was will er uns sagen? Sind (a) keine Männer gestorben? Oder ist es (b) halb so schlimm, wenn Männer sterben?? In Zeiten der [...] mehr...
"freies afghanistan" - sie auch nicht! wenn sie was vom aktuellen krieg sehen wollen, dann empfehle ich: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688532,00.html das ist die freiheit , der frieden ( o.ä. dummschwätz ) [...] mehr...
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