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24.11.2009
 

Terrorismus in Spanien

Polizei zerschlägt Eta-nahe Jugendorganisation

Festnahmen in Spanien: "Eta hat ihre Nachwuchsorganisation verloren"Zur Großansicht
Reuters

Festnahmen in Spanien: "Eta hat ihre Nachwuchsorganisation verloren"

Die Polizisten durchkämmten Jugendzentren, Lokale und Wohnungen: Bei Razzien in Spanien wurden 34 mutmaßliche Mitglieder einer illegalen Jugendorganisation festgenommen, darunter die Anführer der Gruppe. Sie sollen der Eta nahestehen.

San Sebastián - Die spanische Polizei hat 34 mutmaßliche Mitglieder der baskischen Jugendorganisation Segi festgenommen, die wegen Verbindungen zur Untergrundorganisation Eta verboten ist. Bei einer groß angelegten Polizeiaktion durchsuchten die Beamten nach Angaben des Madrider Innenministeriums 90 Jugendzentren, Lokale und Wohnungen. Die Festgenommenen werden verdächtigt, die Bildung einer neuen, radikalen Gruppierung angestrebt zu haben.

Unter den Festgenommenen waren auch die Anführer von Segi. In der Gruppierung war der Nachwuchs der Eta-nahen Partei Batasuna organisiert, die 2003 vom spanischen Obersten Gerichtshof wegen Unterstützung des Terrors verboten worden war. Das Verbot wurde erst kürzlich vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg bestätigt. Segi wurde 2007 von der spanischen Justiz als eine terroristische Vereinigung eingestuft.

Aus der Mitgliedschaft der Organisation hatte die Eta häufig ihre Terroristen rekrutiert. "Mit den Festnahmen hat die Eta ihre Nachwuchsorganisation verloren", sagte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba am Dienstag. Bei den Razzien stützte die Polizei sich auf Unterlagen, die im April bei der Verhaftung eines Eta-Führers in Paris sichergestellt worden waren. Die Festnahmen und Durchsuchungen wurden von einem Ermittlungsrichter und zwei Staatsanwälten des Nationalen Gerichtshofs koordiniert.

Die Eta kämpft seit den sechziger Jahren gewaltsam für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und Südwesten Frankreichs. Dem Konflikt sind bislang mehr als 825 Menschen zum Opfer gefallen.

Ende Juli und Anfang August schlug die Eta auf der Ferieninsel Mallorca zu. Bei einem Autobombenanschlag am 30. Juli wurden auf der Ferieninsel zwei Polizisten getötet. Einen Tag zuvor war ein Anschlag auf eine Kaserne im Norden Spaniens verübt worden. Dabei wurden 46 Menschen verletzt. Polizisten entdeckten wenige Wochen später in Südfrankreich Waffenlager mit Sprengstoff und Munition - die Depots enthielten genug Material für Dutzende Autobomben.

kgp/dpa/AP

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Eta und Mallorca

Seit 50 Jahren hat die Untergrundorganisation Eta im Kampf für einen unabhängigen baskischen Staat Bomben gelegt und gemordet. Bei etwa 4000 Terroranschlägen kamen mehr als 830 Männer, Frauen und Kinder ums Leben. 2300 Menschen wurden verletzt. Die Eta sieht sich selbst als linksstehende Befreiungsorganisation. Von der Europäischen Union und anderen internationalen Organisationen wurde sie offiziell als terroristische Vereinigung eingestuft.





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